Online Krieg spielen: Bundesregierung schreitet ein

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Zwischen die Fronten geraten

Der Spiele- und Animationskonzern Electronic Arts sitzt zwischen den Stühlen. Die Bundesregierung hat ein Online-Spiel des Unternehmens, “Command & Conquer Generals”, auf den Index für gewaltverherrlichende Medien gesetzt. Damit ist der Vertrieb des Spiels, bei dem US-Truppen eine Stadt namens Baghdad gegen den Widerstand einer fiktionalen Terroristengruppe einnehmen, in Deutschland stark eingeschränkt.

Der Hersteller meldet, er befinde sich lediglich “im Kreuzfeuer des Konflikts zwischen der deutschen und der US-amerikanischen Haltung zum Irak-Krieg”. Berlin begründet die Listung des Spieles mit akuter Jugendgefährdung.

Elke Monssen-Engberding, Direktorin einer Abteilung des Familienministeriums, sagte der New York Times: “Das Spiel zeigt den Krieg als einziges Mittel, einen Konflikt zu lösen. Es rechtfertigt Krieg an sich und verleiht militärischen Einheiten eine ästhetische Anziehungskraft für Jugendliche.” Ihre Entscheidung sei unabhängig von der aktuellen politischen Situation und vom Irak-Krieg, betonte sie.

Auch die Hersteller betonen dies. Unternehmenssprecher Jeff Brown: “Bis jetzt wurden ausschließlich Einzelkämpfer-Spiele, in denen Angreifer blutig getötet werden, auf den Index gesetzt. Das hier ist aber ein militärisches Strategiespiel, dessen Entwicklung wir lange vor Beginn des Irak-Krieges begonnen hatten.”