Ex-Chef setzt Mobilcom weiter zu

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Treuhändervertrag gekündigt

Mobilcom-Schmid gibt keine Ruhe. Der ehemalige Chef des schwer angeschlagenen Mobilfunkanbieters hat jetzt öffentlich erklärt, er habe den Treuhändervertrag mit dem Ex-RTL-Chef Helmut Thoma aufgekündigt – und zwar “aus wichtigem Grund”.

Das aber sei gar nicht möglich, meinen Thoma, France Télécom (FT) und schließlich auch die Bundesregierung, die für Kredite über 162 Millionen Euro bürgt. Schmid hatte die Verwaltung seiner eigenen Mobilcom-Aktien Thoma überlassen, und damit eine Kernforderung des französischen Großaktionärs FT erfüllt. Nur danach stimmte der Pariser Konzern einer Übernahme der Mobilcom-Schulden zu. Eine Umschuldung durch die Banken und damit eine Rettung des Büdelsdorfer Unternehmens schien in greifbare Nähe gerückt.

Nun aber will sich Schmid offenbar wieder mit voller Wucht in die Geschäfte des Unternehmens einmischen. In der Aufsichtsratssitzung vom 23. Dezember habe sich Thoma entgegen vorherigen Absprachen verhalten, so Schmid. Damit sei die “bisher bestehende Vertauensgrundlage nachhaltig erschüttert”.

Alle Beteiligten zweifeln nun daran, dass Schmid den Treuhändervertrag überhaupt kündigen kann. Das Handelsblatt zitiert Vorstandskreise der FT mit den Worten: “Das sind die üblichen Spielchen, die wir von Herrn Schmid kennen.” Ende Januar müssen die Mobilcom-Aktionäre entscheiden, ob sie der Scheidung von France Télécom zustimmen. Beobachter meinen, Schmid wolle vor dem Termin noch einmal auf sich aufmerksam machen.