HP streckt Füße tiefer in Storage-Gewässer

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Neues von “StorageWorks”: Storage works!

Runter mit den Preisen, rauf mit dem Service und vergesst neue Technologien nicht – so mag eine interne Order bei dem Netzwerker Hewlett-Packard (HP) gelautet haben. Sie hat wohl dazu geführt, dass der Hersteller Neuigkeiten aus seiner Speicherabteilung fast inflationär unter die Leuten bringt: Mehr Performance bei NAS-Boxen kostet fast die Hälfte, iSCSI-Appliance steht zum Verkauf bereit und neue Services vereinfachen das Administratoren-Leben.

Besonders stolz ist die Fiorina-Firma auf ihr iSCSI-Produkt. Jetzt, da der Standard von der IETF verabschiedet worden ist, klinkt sich HP ein und vertreibt einen Storage-Router, der auf der einen Seite Fibre-Channel und auf der anderen Seite iSCSI spricht. Der SR2122 soll vor allem externe Server an das dedizierte Speichernetzwerk (SAN) koppeln, ohne die teuren Fibre-Channel-Verbindungen zu erweitern.

Allerdings hat sich HP in Sachen iSCSI gerade mal den Zeh im Storage-Gewässer nass gemacht, denn das Gateway ist nicht selbst gebaut, sondern stammt aus der Cisco-Manufaktur und wird lediglich mit dem HP-Logo versehen. Die Technologie-Partnerschaft zwischen den Herstellern besteht schon seit vergangenem Sommer und US-Medien fragen sogleich, warum HP nicht eine noch leistungsstärkere iSCSI-Komponente von Cisco für den OEM-Vertrieb nutzt.

Es würde sich hier eher der Cisco SN5428 mit 8 Ports anbieten, heißt es bei dem Nachrichtendienst Byte and Switch. “Wir offerieren den Kunden eine schnelle und simple Möglichkeit, auf den Storage-Pool zuzugreifen”, rechtfertigt Mark Nagaitis, Direktor der HP-Storage-Division die Entscheidung. Und: “Zugegeben, es ist nicht die Performance-reichste Lösung.”

Experten geht HPs iSCSI-Engagement nicht weit genug. Der Gartner-Analyst Roger Cox sieht in dem Router “keine große Ankündigung”. Und Anders Lofgren von der Giga Information Group wird mit “Es ist immerhin eine weiterer iSCSI-Schritt, wenn auch nur ein kleiner”, in den amerikanischen News-Services zitiert.

NAS-Portfolio wird billiger

Unter dem StorageWorks-Dach hat HP aber außerdem noch Network-Attached-Storage-Lösungen (NAS) aufgepeppelt und verbilligt. Die Boxen B2000, B3000 und E7000 sind mit einem schnelleren Prozessor ausgestattet und sollen bis zu 20 Prozent mehr leisten.

Gleichzeitig mit der Performance-Steigerung soll der Preis sinken. Maximal 42 Prozent billiger als die Vorgänger-Generation können die NAS-Boxen der eigens erklärten zweiten Version sein.

Speicher hängt am Netz, hängt am Speichernetz

Die kostengünstigeren NAS-Produkte spielen wohl auch eine Rolle für die von HP angepriesenen SAN-Lösungen. Die beiden Speicheralternativen sollen sich bekanntlich in Zukunft nicht als “entweder-oder”- gegenüber stehen, sondern als “sowohl-als-auch”-Komponenten in einem Speicherpool aufgehen. Und je günstiger die Komponenten, desto bezahlbarer die Speicher-Infrastruktur. Hier investieren IT-Manager noch und mit Storage lässt sich noch Geld verdienen.

Dass das Ganze auch noch verwaltet werden muss, ist klar. Deshalb hat HP gleich noch ein verbessertes Management-Paket angekündigt.

silicon meint: Der Weg des Fiorina-Konzerns scheint klar definiert zu sein: HP setzt auf Integration, statt auf Insellösungen, auf Konvergenz statt Konkurrenz innerhalb der Technologie und pusht die SAN-Idee weiter. Der Hersteller folgt damit dem Trend nach einem großen Speicherpool, in dem alle Daten lagern. Jetzt fehlen bloß noch weitere Standards, denn nicht jeder ist mit einer homogenen HP-Umgebung zufrieden. Mit diesem Problem steht HP aber nicht alleine.