SAN-Switches: Aufbruchstimmung in eine ungewisse Zukunft

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Hopp oder Top – das weiß eigentlich noch keiner

Die Akquisitionen in den vergangenen Monaten haben es gezeigt wie auch eine aktuelle Venture-Capital-Meldung: SAN-Switches könnten eine Zukunft haben.

Das amerikanische Start-up Candera hofft auf eben diese. Das Unternehmen entwickelt solche Management-Switches für dedizierte Speicherumgebungen (SANs) und hat gerade zusätzlich 2,5 Millionen Dollar von zwei taiwanesischen Investoren bekommen.

Insgesamt verfügt der Hersteller nun über eine Summe von mehr als 47 Millionen Dollar, zu der außerdem Seagate oder Comcast Interactive Capital als Investoren beigetragen haben. In ein paar Monaten soll der erste Switch ausgeliefert werden.

Auch Rhapsody und Pirus bestellten zunächst alleine das Feld für In-Band-Switches in Speicherwelten, bis Brocade beziehungsweise Sun auf die Technologie sowie die Firmen aufmerksam wurden. Beide sehen eine Zukunft für intelligente Storage-Plattformen, denn die Architektur habe einen entscheidenden Vorteil: “Sie bietet die Installation eines einheitlichen, herstellerunabhängigen Speichernetzwerks, das sich leichter verwalten lässt”, erklärte der Sun-Vize Mark Canepa, bei der Präsentation.

Dieser Vorteil ist offenbar der Grund für die Aufbruchstimmung. Da die Unternehmen immer mehr Daten sichern müssen und deshalb stetig wachsende Speicherkapazitäten benötigen, wird ein SAN schnell unübersichtlich, weil komplex.

Die Hersteller sind demnach aufgerufen, Vereinfachungsmechanismen zu entwickeln, die das Management handhabbar machen. Der Candera-Switch ist wie die anderen Lösungen auch mit Funktionen wie der Überwachung von Ressourcen oder Provisioning, also der Bereitstellung von Speicherkapazitäten, ausgestattet. Damit wird die Umgebung transparenter und somit leichter verwaltbar.

Es gibt allerdings auch Hersteller, die den Management-Switches kritisch gegenüberstehen. EMC beispielsweise hält wenig davon, die Geräte mit Intelligenz voll zu stopfen. Im Interview mit dem US-Nachrichtendienst ‘Byte and Switch’ sagte EMC-Chef Joe Tucci: “Es kann nicht die gesamte Intelligenz in einem Switch sitzen. Es wird immer ein bisschen was im Server oder auf Netzwerkebene zu finden sein.”

Der Speicherspezialist hat ohnehin seine eigenen Vorstellungen, ließ er doch erst kürzlich den Management-Switch von Cisco bei Zertifizierungstests durchfallen. “Andiamo” sei noch nicht soweit, hieß es. Allerdings vermuten Branchenkenner eher, dass EMC der Ausspruch Ciscos missfallen hat, der traditionelle Netzwerkhersteller wolle die Nummer eins oder zwei im Storage-Business werden.

Einige Experten attestieren der Technologie einen schwierigen Stand. Wenn es überhaupt möglich sei, die nötige Intelligenz auf den Switch zu übertragen, was teilweise schon von vornherein ausgeschlossen wird, dann werde es zumindest noch eine ganze Weile dauern, bis die Geräte marktreif seien. Mit einem Einsatz vor 2004 sei nicht zu rechnen.