Hitachi bringt IBMs altes Microdrive neu zum Wummern

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Revival eines Technikwunders

Die ultra-miniaturisierte Festplatte mit der Bezeichnung “Microdrive”, die der US-Konzern IBM im Jahre 1998 entwickelt hat, soll zu neuem Leben kommen. Der japanische Konzern Hitachi, der für die Ende letzten Jahres von IBM übernommenen Festplattengeschäfte extra eine eigene Firma namens Hitachi Global Storage (HGS) gegründet hatte, will die Microdrives in mobilen elektronischen Begleitern aller Art sehen. IBM hält zwar immer noch 30 Prozent an dem Unternehmen, will sich aber eigenen Angaben zufolge nicht einmischen.

Bis zum kommenden Jahr versprechen sich die Japaner sogar Profite von der neuen Generation der Festplatten, die gerade einmal den Durchmesser einer mittelgroßen Münze haben. Einer der Vorteile von Microdrives ist es, dass sie sich im Energiespar-Modus vollkommen abschalten aber beim Abruf von Daten innerhalb einer halben Sekunde wieder ihre volle Drehzahl erreichen können.

Und bereits im Frühjahr sollen die ersten Produkte auf den Markt kommen. Doug Grose, der ehemalige IBM-Mann und jetzige Chief Operations Officer bei HGS setzt damit auf eine neue Strategie. Während das Festplattengeschäft unter IBM-Führung jahrelang Verluste geschrieben hat, verspricht er sich alles vom “Fokus auf wenige Produkte”, wie er sagte. Interessierte Firmen wie Hewlett-Packard und Eastman Kodak, die den Einsatz in ihren PDAs erwögen, gäben der Ausrichtung jetzt schon recht, betonte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Neben dem Winzling mit 4 Gigabyte Kapazität, der seinen älteren Bruder bei IBM damit um ein vierfaches schlagen soll, gebe es bald auch eine Lösung für Fahrzeugbauer zu erwerben. Zweieinhalb mal so groß wie die Microdrives soll diese Festplatte sein und 20 Gigabyte an Speicherkapazität mitbringen.

CEO Jun Naruse hat also zunächst mit zwei Drachen zu kämpfen: Die Märkte im Bereich Mobilgeräte sind klein und der Preisdruck hoch. Andererseits ist mit Seagate ein starker Platzhirsch am Markt, der erst kürzlich 870 Millionen Dollar bei seinem Börsengang im Dezember gemacht hat und den von Grose geprägten Faktor schon mitbringt: eine starke Konzentration auf wenige Produkte.