Holographischer Datenspeicher: Ratinger Pionier ist pleite

EnterpriseNetzwerke

Kristall-Fans rudern zurück

Der Ratinger Hersteller von holographischen Speichersytemen, Optostor, hat Insolvenz angemeldet. Rechtsanwalt Friedrich Knoop ist vom Düsseldorfer Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Die Branche geht davon aus, dass sich das Geschäftsmodell “nicht rentiert” habe.

Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass die Firma mit ihren Lösungen allseits Aufsehen erregte. So stellte sie auf der CeBIT im vergangenen Jahr eine Speichertechnik vor, die die Größe eines Zuckerkristalls hatte und ein Terabyte Daten speichern konnte.

Vorteile der Datenspeicherung, so warb das Unternehmen, sei die Unempfindlichkeit gegenüber herkömmlichen Störeinwirkungen wie Hitze, Säure, Nässe, magnetischen Felder und mechanischen Belastungen.

Ein schlagendes Gegenargument, das wahrscheinlich dazu führte, dass der speichernde Zauberwürfel nicht wesentlich über das Embryonalstadium hinauswachsen konnte, ist wohl im Preis begründet: Mit 92 000 Dollar Stückpreis blieb der Speicherkristall ein Luxusgegenstand. Noch ist unklar, ob und wie Optostor seinem Produkt treu bleiben kann.