Patentrechtstreit überschattet SAN-Markt

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Profilierungssucht führt zu Imageschaden

Genau wie die Unternehmen der Softwareindustrie haben auch Speicherfirmen die gerichtliche Auseinandersetzung schon lange als Mittel entdeckt, den Wettbewerb einmal anders zu gestalten. Per einstweiliger Verfügung wollte der SAN-Hersteller McData wegen angelasteter Patentrechtsverletzung gegen den Konkurrenten Brocade vorgehen.

Der Antrag liegt seit einem dreiviertel Jahr bei Gericht und wurde nun abgewiesen. Dies bedeutet jedoch nur, dass die juristische Auseinandersetzung in eine neue Runde gehen kann. McData hat jedenfalls signalisiert, diese Schlappe nicht hinzunehmen.

Bei dem Rechtsstreit geht es um Fibre-Channel-Switches und Frame-Filtering-Technik, die Brocade von McData ‘abgeguckt’ haben soll. Der Richter des US-Bundesdistriks Colorado entschied jedoch, dass “McData ein erfolgreiches Vorgehen gegen die Klageabwehr von Brocade (…) nicht glaubwürdig machen konnte”.

Die ungewöhnlich lange Prüfungszeit für die einstweilige Verfügung erklärt sich aus einem komplexen Gewirr gegenseitiger Patentrechtsüberschneidungen, die vertraglich zwischen den beiden Unternehmen geregelt sind. Laut Brocade hat das Gericht befunden, das strittige Patent sei “in Wirklichkeit von Brocade an McData lizenziert worden”.

Für Ron Epstein, General Counsel von Broacde, ist klar: “Wir waren schon immer der Überzeugung, dass der Rechtsstreit jeder Grundlage entbehrt.”

Tatsächlich gilt die Entscheidung von Richter L. Kane als Indiz dafür, wie der noch anhängige Prozess ausgehen könnte. Schließlich ist die Durchsetzung einer einstweiligen Verfügung in den USA sehr penibel geregelt. Ein Termin für den ersten Prozesstag steht noch nicht fest.