Comdex: Kampf dem Integrationsmoloch, ruft McNealy

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Sun verspricht mehr Zeit für Entwicklung

“Die IT-Industrie ist selbst daran schuld, dass heute mehr Manpower für die Systemintegration verschwendet werden muss, als für Forschung und Entwicklung.” In gewohnter Manier hat Sun-Chef Scott McNealy versucht, die Besucher der Herbst-Comdex in Las Vegas aufzurütteln.

Sun werde die kommenden zehn Jahre darauf verwenden, das Problem der zunehmenden Komplexität in der IT in den Griff zu bekommen. Dann, so McNealy, müssten die Anbieter von IT-Lösungen konsequent umdenken, um ihren Kunden einen besseren Mehrwert bieten zu können.

Schon für Mitte kommenden Jahres verspricht Sun ein Solaris-Betriebssystem, in dem alle wichtigen Applikationen eingebettet sein sollen. Wichtigstes Merkmal solle stets der modulare Aufbau sein. Offene Standards seien eine Grundvoraussetzung für Web Services, so McNealy.

Deswegen rief er sein Publikum ausdrücklich dazu auf, sich von Microsoft und IBM abzuwenden. Big Blue’s Global Services ins Unternehmen zu lassen, käme einer “Hirnamputation” gleich. Microsofts Produkte seien immer nur zusammengeschustert, so McNealy in Hochform. Integratoren für Veritas und Bea rief der Sun-Boss dazu auf, statt dessen auf Sun zu setzen – ganz gleich, ob auf Basis von Solaris oder Linux.

Nachdem Sun im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 2 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investiert hat, soll diese Schlagzahl nun weiter aufrecht erhalten werden. 10 Milliarden Dollar seien für die kommenden fünf Jahre eingeplant, so McNealy.

Allerdings sei Sun für sein Projekt N1 auf die Kooperation der Konkurrenz angewiesen. Um die existierende Hardware besser auszunutzen, sollen darin viele administrative Aufgaben automatisiert werden. Allerdings, so McNealy, müsste dann die Hardware darauf abgestimmt sein – auch die von IBM, beispielsweise.

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