Münchner Informatik-Studenten surfen drahtlos

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Noch ist der Service gebührenfrei

Im Beisein von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wird heute der Neubau für Mathematik und Informatik der Technischen Universität München in Garching offiziell eröffnet. Mit dem über 90 Millionen Euro teuren Neubau für mehr als 3000 Studierende soll Garching zum naturwissenschaftlich-technischen Campus der Hochschule ausgebaut werden, teilte die TU mit. Bisher waren die beiden Fakultäten auf 16 Standorte im Stadtgebiet München verstreut.

Der Bau bietet den Angaben zufolge eine “beispiellos moderne” Infrastruktur. Allein in der Bibliothek und in der Rechnerhalle können 300 Studenten gleichzeitig an Computern arbeiten. Mit Hilfe eines Funk-LAN können sie überall im Gebäude über Laptops drahtlos E- Mails abrufen und im Internet recherchieren.

Dieser so genannte “Wireless Campus” kommt von Intel. Eine durchgängige WLAN-Infrastruktur soll den Studenten ermöglichen, zukünftig drahtlos von jedem Ort des gesamten Campus-Geländes auf das Internet und die Lehrinhalte ihres Studienganges zuzugreifen. Ob dafür für die Studenten gebühren anfallen werden, ist noch nicht bekannt.

Die Studentenvertretung der TU geht davon aus, dass nach einer Gratis-Einführungsphase, “wenn der Gewöhnungseffekt eingetreten ist”, Gebühren erhoben werden und an die Universität abgeführt werden müssen. In Deutschland steht damit aber die erste solche umfassende WLAN-Verbindung an einer Uni.

Bestandteil des im Rahmen von Intels Uni-Programm bereitgestellten Funk-LAN-Systems sind 90 WLAN-Access-Points, 500 WLAN-PC-Cards sowie eine entsprechende Serverunterstützung, die einen ununterbrochenen Netzwerkzugriff bei völliger Bewegungsfreiheit garantieren soll.

Datenübertragungsraten von bis zu elf Megabit pro Sekunde zwischen Access-Point und Anwender verspricht der Anbieter. Zudem sollen Roaming-Funktionen unabhängig vom Arbeitsplatz den zuverlässigen Datenaustausch und Zugriff auf E-Mail, Internet und andere Netzwerkressourcen erlauben.

Die Unterstützung für die TU München erfolgt im Rahmen des weltweiten Förderprogramms von Intel für Hochschulen. Die Kooperation sieht neben dem Transfer von Fachwissen, der Intel nützt, die Überlassung von Hard- und Software für die TU vor.

Im Januar 2001 hatten die Partner erstmals ein Internet-Labor an einer deutschen Universität eröffnet. Ziel dieser Initiative sei es, das Internet-Labor fakultätsübergreifend als “Keimzelle” für Firmengründungen in den Bereichen Internet und e-Business zu etablieren, so der Partner aus der Privatwirtschaft. Mittelfristig sollen die geförderten Projekte in Unternehmensgründungen münden.

“Diese Investition soll zeigen, wie wichtig uns die intensive Zusammenarbeit mit unseren Fokusuniversitäten ist, die die Forschung und Entwicklung künftiger Trends in der IT-Industrie zum Ziel hat”, erklärt Jürgen Thiel, Direktor für Sales und Marketing der EU bei Intel.

Professor Manfred Broy, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Informatik der TU München dazu: “Heute gilt es mehr denn je, das Potenzial und die Möglichkeiten zeitgemäßer Informationstechnologie zu nutzen.” Er lobte das Engagement von Intel, das “Akademikern und Jungunternehmern von morgen die technischen Voraussetzungen zur Verfügung stellen” werde.