Deutsche IT-Profis sehen Datenexplosion gelassen entgegen

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Datenmenge wächst – unser Speicher auch, sagen viele

Der Speicherbedarf in Unternehmen wächst kontinuierlich an. Allerdings sind sich die IT-Verantwortlichen in Deutschland dessen größtenteils bewusst und haben überwiegend auch schon für morgen vorgebaut, wenn es um Speicherkapazität geht. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Maisberger & Partner nach der Befragung von 70 IT-Leitern.

Und wo dem nicht so sei, da werde offensichtlich vorgebaut: Bei 82 Prozent der Unternehmen stehen demnach Investitionen in Storage-Technologien kurz- oder mittelfristig ins Haus. Dabei erwarten die Befragten in Zukunft vor allem die Nutzung von Plattenspeichern: 79 Prozent favorisieren laut der Umfrage diese Speichertechnik.

Bandlaufwerke und optische Speicher haben hier eine deutlich geringere Bedeutung. Während derzeit bei über 70 Prozent der befragten Unternehmen unter anderem Standard-Backup-Lösungen eingesetzt würden, rechneten die Befragten in Zukunft mit einer stark steigenden Bedeutung von SAN (Storage Area Network) und NAS (Network Attached Storage).

Die SAN-Pioniere – immerhin bejahte ein Viertel der Befragten die Frage nach vorhandenen SAN-Lösungen – seien übrigens zu 100 Prozent mit dieser noch relativ jungen Speicherarchitektur zufrieden, stellten die Berater überrascht fest.

Immer noch setzten aber 71 Prozent auf herkömmliche Lösungen, die die Berater unter dem Begriff Standard-Backup zusammengefasst haben. Die restlichen 9 Prozent verließen sich demnach auf ein NAS-System. Allerdings sind die Verantwortlichen mit der herkömmlichen Lösung am unzufriedensten – nur 82 Prozent kreuzten auf dem Fragebogen “zufrieden” an.

Speichermanagement bleibe aber für drei Viertel der Befragten ein heißes Thema. In Zukunft werde es noch an Bedeutung zulegen – davon sind 80 Prozent der Befragten überzeugt. Die Zahl derer, die jetzt schon viele Gedanken an dieses Thema verschwenden, setzen die Fachleute nach der Auswertung bei 74 Prozent an. Jedoch verfügten mit 39 Prozent weit weniger als die Hälfte der Unternehmen derzeit über eine Speichermanagement-Lösung. Hier gibt es also, will man den Ergebnissen der Befragung glauben, noch viel Nachholbedarf.

Silicon meint: Wenn das so stimmte, würden nicht nur die Unternehmen beruhigt in die Informations-Supernova der kommenden Jahre blicken – auch die Speicherhersteller bekommen ihr Scherflein ab. Und das zöge dann wieder die restlichen IT-Unternehmen hinter sich her wie an einer Perlenkette – doch halt! Was ist, wenn eben nur diejenigen ITler befragt wurden, die gerüstet sind? Appelle der Skeptiker, die verstaubte Speicherumgebung gründlich zu überholen, erscheinen in dieser Marktsituation allemal angebracht. Zu oft haben wir gesehen, dass deutsche Unternehmen nicht gerade die schnellsten sind, wenn es um neue Technik geht.