SAN-Management: Brocade entdeckt nächste Goldgrube

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“Mit Sicherheit” kein Kommentar zur gestrigen Gewinnwarnung

Auch der SAN-Konzern Brocade machte, vertreten durch CEO Greg Reyes, mit Produkt- und Partnerschaftsankündigungen auf der Speichermesse SNW auf sich aufmerksam. Besonders viel verspricht sich das Unternehmen augenscheinlich von einer Partnerschaft mit dem Verwaltungssoftwarehersteller Emulex, die bald das erste Produkt abwerfen soll.

Ulrich Plechschmidt, der neue Vertriebs-Chef für Zentral- und Osteuropa, stand silicon.de zwar nicht bezüglich der gestrigen Gewinnwarnung seines Unternehmens – “kein Kommentar!” -, aber zu den neuen Produktplänen Rede und Antwort.

Ein echtes zentralisiertes SAN-Management soll ab 2003 eines der – seinen Worten zufolge dringendsten – Kundenprobleme lösen: die Diskrepanz zwischen gemanagten Switches und einer Vielzahl von schier nicht handhabbaren Host Bus Adaptern im SAN-Fabric. “Das Management von Switches ist realisiert, aber erst ein intelligentes SAN, das die HBAs einbezieht, wird den Kunden die Arbeit entscheidend erleichtern”, so Plechschmidt.

Dabei komme die Brocade Fabric Access API, eine wie vom Unternehmen gewohnt herstellerneutrale Programmierschnittstelle, in Verbindung mit der HBA-Management-Suite HBAnywhere von Emulex zum Einsatz. “Damit werden SANs von einer Konsole, einer API aus verwaltbar”, erklärt der ehemalige IBM-Mann. Netzweite Upgrades, begeisterte er sich, seien damit kein Problem mehr.

Das im ersten Halbjahr 2003 auf den Markt kommende gemeinsame Produkt setze der nunmehr zweijährigen Partnerschaft der Unternehmen vorläufig die Krone auf. Die Lösung werde durch die angestrebte Zertifizierung durch das SAN-Standardisierungsgremium T11 Standard Committee unabhängig von proprietären Systemen einsetzbar und durch den offenen Zugang zu dieser Form der “Fabric-Intelligenz” auch Entwicklern zur Modifizierung zugänglich gemacht.

“Auch Hersteller wie beispielsweise HP und Tivoli müssen dann nicht mehr gegen Brocade einerseits und einen Hersteller wie Emulex andererseits programmieren, die Programmierung für die API von Brocade dürfte dann für SAN-Umgebungen genügen”, so der Vertriebs-Chef.

Die Kundenanforderungen gingen allerdings noch weiter. “Im Mittelpunkt unserer Überlegungen stand die Security”, erklärt Plechschmidt den Vorlauf in dieser Partnerschaft. Bald könne jeder einzelne HBA zertifiziert und vom System erkannt werden.

Joachim Meurer, Senior Systems Engineer von Brocade, assistiert: “Die Tatsache vorausgesetzt, dass jeder Server zwei HBAs benötigt, und wissend, dass in einem SAN schnell mal ein paar Dutzend oder gar hundert Server zusammenkommen, wird die zentrale Verwaltung auch in Fragen der Sicherheit schnell klar.”

So sei es zwar ein administrativer Aufwand, jeden HBA einzeln im System anzumelden und zu autorisieren, aber “das hält sich in den üblichen Grenzen beim Einrichten eines neuen Systems”. Außerdem, so Meurer, werde die gemeinsame Lösung den Vorteil bieten, die Gruppe der autorisierten und extra abgesicherten HBAs zu selektieren.

Schließlich benötige ein Unternehmen nicht für alle Server die gleich hohe Sicherheitsstufe. “Ein fremder HBA, der sich in das System einschleichen will, wird aber trotzdem gnadenlos aufgespürt”, schwärmt der Techniker.

Vertriebs-Chef Plechschmidt sieht im Security-Bereich, so wie er sich auch in dem neuen Produkt, wie von Meurer beschrieben, manifestieren soll, den stabilsten Trend der nächsten Zeit. Sicherheit, so betont er noch einmal, werde auch in Zukunft das K.o.-Kriterium für Speicherhersteller sein: “Die Schlagworte dabei sind Zugriff und Intelligenz.”