Big Spender gegen Urheberrechts-Hype

EnterpriseSicherheit

Juristen sollen Munition für spannende Auseinandersetzung sammeln

Die juristische Fakultät der amerikanischen Duke-Universität hat 1 Million Dollar erhalten, um mit breit angelegten Forschungsprojekten einer Ausweitung der digitalen Urheberrechte entgegenzutreten. Der Spender der Forschungsmittel will anonym bleiben.

Der Vorgang wirft erneut ein Schlaglicht auf die wirtschaftlich-juristische Diskussion um Urheberrechte im E-Commerce der Vereinigten Staaten. In einer Mitteilung der Universität heißt es ausdrücklich, Gesetze wie der Digital Millenium Copyright Act, sowie die Verlängerung von Urheberechten um weitere 20 Jahre seien Anzeichen für eine Fehlentwicklung.

Es gelte, das “richtige Gleichgewicht zu finden”, so der Duke-Rechtsprofessor James Boyle. “Urheberrechte an geistigem Eigentum schützen, aber gleichzeitig andere Inhalte auch der Allgemeinheit zur Verfügung stellen”, darauf komme es an. “Wie viel Urheberschutz brauchen wir? Wenn wir ein reichhaltiges Kulturleben und eine lebendige Gesellschaft haben wollen, dann muss ein Großteil der intellektuellen Errungenschaften der ‘Public Domain’ überantwortet werden.”

Als Negativbeispiele der vergangenen Monate gilt den Juristen der Streit um eine Software, mit der Länder-Codes auf DVDs überwunden werden konnten. Die Filmindustrie berief sich auf den DCMA und setzte die Software quasi auf den Index. In einem anderen Fall wurde ein russischer Entwickler in den USA über Monate hinweg festgehalten, weil er eine Applikation vorgestellt hatte, mit der sich der Kopierschutz von elektronischen Adobe-Büchern knacken ließ. Aktuell versuchen zwei Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses, der Content-Industrie per Gesetz das Recht einzuräumen, vermeintliche Musik- und Filmpiraten auf elektronischem Weg zu attackieren.