Verschlüsselungsprogramm PGP wechselt den Besitzer

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NAI verkauft komplette Produktlinie an eine Neugründung

Der Security-Spezialist Network Associates Inc. (NAI) konnte nun schließlich doch noch seine PGP-Verschlüsselungsprodukte verkaufen. Erworben hat sie die PGP Corp. bereits im Juli. Doch der Deal wurde erst jetzt bekannt. PGP-Erfinder Phil Zimmermann sitzt in der Verwaltung der Firma.

Die im kalifornischen Palo Alto beheimatete PGP Corporation ist eine neue Firma, die durch Doll Capital Management und Venrock Associates finanziert wird. Sie ist spezialisiert auf Messaging- und Speichersicherheit. PGP-Kunden in Europa können die Firma über die Website pgp.com oder über den englischen Vertriebspartner Intellect unter www.intellect.co.uk erreichen.

Die Verschlüsselungstechnik Pretty Good Privacy (PGP) stammt aus dem Jahr 1991. Die damalige Freeware hat Zimmermann entwickelt. In der Regel wird das vermutlich populärste Kryptoverfahren benutzt, um Mails zu verschlüsseln.

1997 hatte NAI sich die kommerziellen Rechte an der Technik gesichert. Doch der Vertrieb entsprechender Produkte warf nur ungenügenden Gewinn ab. So versuchte das kalifornische Unternehmen aus Santa Clara bereits seit dem vergangenen Jahr seine PGP-Produktlinie zu veräußern.

PGP-Erfinder Zimmermann gehört nun zum Verwaltungsrat der PGP Corp. Sein früheres Ansinnen, die kommerziellen Rechte von NAI zu erwerben, hatte die Firma platzen lassen.

Nun will die PGP Corp. die NAI-Produkte weiterentwickeln und vermarkten. Lediglich die McAfee-Produkte E-Business Server, Desktop Firewall und VPN Client gehören der McAfee-Mutter NAI noch.

Bereits im November will PGP Cop. das nächste Release 8.0 auf den Markt bringen. Es soll etwa die Betriebssysteme Windows XP und Macintosh OS X unterstützen.

Darüber hinaus jedoch soll es auch weiterhin ein Opensource-PGP für den persönlichen Gebrauch geben.