Musik-Tauschbörsen wollen bei Security nachrüsten

EnterpriseSicherheit

Peer-to-Peer ist halt leider auch offen

Nachdem der amerikanische Verband der Musikindustrie angekündigt hat, Tausende von PC-Nutzern wegen Urheberrechtsverletzungen vor Gericht zu bringen, wollen die Betreiber und Anbieter der betroffenen Peer-to-Peer-Tauschbörsen ihre Anwender im Gegenzug besser vor einer Identifizierung schützen. Der RIAA-Verband gibt den geplanten Maßnahmen allerdings wenig Chancen – schon bald sollen Internetserviceprovider mit Gerichtsbeschlüssen dazu gezwungen werden, die Identität ihrer Kunden preiszugeben.

Bei den Tauschbörsen wird diskutiert, wie praktikabel der Einsatz von Proxy-Servern oder verschlüsselten Verbindungen sein kann. Etwas nebulös ist außerdem die Rede von alternativen Protokollen, mit denen der Ursprung und das Ziel einer Datenübertragung verschleiert werden könnte.

Der New Yorker Dienstleister Overpeer, spezialisiert auf die Kopierschutzmechanismen, hält diese Ideen für nutzlos. Immerhin müssten im Peer-to-Peer-Verfahren immer zwei Rechner miteinander kommunizieren, so Unternehmenschef Marc Morgenstern. Und einer der beiden könne ja dann auch ein RIAA-Rechner sein, der so einen illegalen Download aufdecken könnte.

Die Ankündigung vor zwei Wochen, massiv gegen die Nutzer der populären Tauschbörsen vorzugehen, hat bisher zu keinerlei Änderung im Nutzungsverhalten geführt. Lediglich kleinere Anbieter wie Blubster verzeichnen ein stark ansteigendes Download-Aufkommen ihrer Software – Kazaa, I-Mesh oder Morpheus gelten vielen Nutzern inzwischen doch als “zu heiß”.

Der Industrieverband habe auch keine kurzfristige Verhaltensänderung der Musikfans erwartet, meint RIAA-Präsidentin Cary Sherman. “Das ist eine langfristig angelegte Initiative”, mit der die wahren Absichten der Tauschbörsenanbieter deutlich gemacht werden sollten: “Sie stiften mit ihrer Software zum Bruch von Urheberrechten an.”