Microsoft feuert Breitseite gegen Spammer

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15 Klagen in den USA und England

Der Kampf gegen Versender unerwünschter Mails (Spam) geht in die nächste Runde. Nachdem AOL im April mehrere Klagen eingereicht hatte und Earthlink sogar schon eine Verurteilung gegen den “Buffalo Spammer” vorweisen kann, macht nun auch Microsoft Front gegen ungewollte Werbemails.

Auf einer Pressekonferenz erklärte der Gates-Konzern, insgesamt 15 Unternehmen und Einzelpersonen stehe demnächst ein Verfahren ins Haus, zweien davon in Großbritannien. Nicht alle Spammer sind namentlich bekannt. Neben einigen Werbefirmen tauchen auch so genannte “John Does” auf, also Absender ungekannter Herkunft.

Man müsse die Kunden schützen, die MSN und Hotmail nutzten, heißt es. Sie würden mit Mails bombadiert, die irreführend, betrügerisch und anrüchig seien. Teilweise erhielten die Microsoft-Kunden Nachrichten, bei denen es den Anschein habe, sie stünden bereits in einer geschäftlichen Beziehung mit dem Absender. Redmond will Schadensersatzansprüche für 2 Milliarden Spam-Mails geltend machen.

Momentan gibt es dafür in den USA aber noch keine entsprechende gesetzliche Grundlage, auf der unerwünschte Werbemails untersagt werden könnten. Allerdings wenden einige US-Bundesstaaten Richtlinien an, die Werbemails im Allgemeinen behandeln. In England setzt Microsoft auf den “Misuse of Computer Act” von 1990.

Der rechtliche Weg sei nur der Anfang einer Kampagne gegen notorische Spammer, so die Redmonder. Zusammen mit AOL und Yahoo soll eine Anti-Spam-Partnerschaft entstehen und zusätzlich will Microsoft mit Regulierungsbehörden und Gremien an Gesetzen gegen die Störer arbeiten.