Minority Report: Biometrie auf dem Vormarsch

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Die Hemmschwelle scheint ziemlich schnell gefallen

Die Abneigung gegen Verfahren zur biometrischen Identifizierung scheint rapide abzunehmen. In den USA ist nach einer aktuellen Umfrage des amerikanischen Bundesamts für Statistik mehr als die Hälfte aller Einwohner bereit, den Fingerabdruck oder eine Aufnahme ihrer Netzhaut zu hinterlassen.

Dabei wurde ausdrücklich gefragt, ob auch Unternehmen der Privatwirtschaft solche Identitätsnachweise erlaubt sein sollten. Vor allem beim Kauf einer Schusswaffe sei ein biometrischer Abgleich mit der Straffälligenkartei sinnvoll, meinten 91 Prozent der Befragten.

Immerhin 85 Prozent vertraten die Auffassung, bei einer Kreditkartenzahlung sei eine sichere Identifizierung des Kunden angebracht. 78 Prozent konnten sich mit dem Fingerabdruck am Geldautomaten anfreunden. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer würden es außerdem begrüßen, wenn die Besucher von Spielhallen und Casinos ohne Ausnahme biometrisch überprüft würden, um verurteilte Betrüger und Trickspieler sicher auszuschließen.

Allerdings gibt es durchaus noch Bedenken gegenüber der Biometrie. So forderten die Befragten, die biologischen Merkmale dürften nur dann eingefordert werden, wenn dies gegenüber den Behörden als notwendig nachgewiesen werde. Außerdem dürften die Aufzeichnungen nicht mit anderen privaten oder staatlichen Stellen ausgetauscht werden.

In Großbritannien hat erneut eine Schule mit Biometrie-Plänen für Aufmerksamkeit gesorgt. Einem BBC-Bericht zufolge will der Leiter einer Schule in Sunderland die Netzhaut seiner 900 Schüler erfassen, um eine schnellere Zugangskontrolle zu Bibliothek und Mensa zu realisieren. Das sei wesentlich günstiger als die üblichen Systeme mit Magnetstreifenkarten.

Kritiker wie Simon Davies von Privacy International warnen dagegen, die Menschen würden durch die allmähliche Einführung dieser Maßnahmen abstumpfen. Vor allem für Kinder sieht er die Gefahr, dass sie später allgegenwärtigen ID-Karten und häufigen DNA-Tests gegenüber weit weniger kritisch sein könnten als die Menschen heute. Die Schulkinder jedenfalls seien hellauf begeistert vom Iris-Scan vor dem Mittagessen, berichtet die BBC.