Superwurm bedroht USA

EnterpriseSicherheit

Superresistent und böse, böse, böse …

“Melhacker”, Autor mehrerer Viren, will den ultimativen Megawurm entwickelt haben: Das Virus “Scezda” soll Eigenschaften von Sircam, Klez und Nimda vereinen – und einsatzbereit sein. Erstmalig versucht ein Cracker jetzt, mit einem Computervirus auch politisch Druck auszuüben.

Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtet, befindet sich “Melhacker” in Malaysia. Er trägt nach Ansicht der Behörden den wenig landestypischen Namen Wladimor Chamlkovic. Ihm werden gute Verbindungen nach Russland und Pakistan nachgesagt. Bislang gehen fünf Würmer und Viren innerhalb der vergangenen zwei Jahre auf sein Konto – bislang ohne größeren Schaden anzurichten.

So ganz abtun will seine Drohung derzeit trotzdem niemand: Der Cracker versucht sich jetzt in politischer Erpressung. Auch, wenn die Bush-Administration im Falle eines Angriffes auf den Irak wohl ein paar andere Sorgen hätte als die, ob ihr wegen Virenbefalls die Laptops ausfallen, trivial sind solche Drohungen nicht. Ende letzter Woche gab Melhacker der “Computerworld” ein Interview, in dem er sagte: Wenn die USA den Irak angriffen, werde er Scezda in Umlauf bringen. Der Virus sei getestet und liege bereits seit August bereit.

Melhacker gilt als Sympathisant von al-Qaida. Mehrere der von ihm programmierten Würmer hatten Bezüge zu dem Terrornetzwerk, wie beispielsweise “Nedal”, rückwärts geschrieben “Laden”, “VBS.Osama” und andere.

Dass nun ein Cracker an die Öffentlichkeit geht und sich als al-Qaida-Sympathisant zu erkennen gibt, ist dagegen ein Novum: Die “hackende Intelligenz” war bisher der Öffentlichkeit nur in der Theorie bekannt.

Zu diesen Indizien gehört die behauptete Existenz einer Crackergruppe namens “A.Q.T.E. al-Qaeda Network”. Mit einem bekannten Vertreter dieser Gruppe, Nur Mohammad Kamil, pflegt Melhacker anscheinend engeren Kontakt. Kamil soll an der Verbreitung des “Bugbear”-Virus beteiligt gewesen sein, der zwar in Deutschland weitgehend wirkungslos verpuffte, in anderen Weltgegenden aber echte Schäden verursachte.

Vertreter großer Virenschutz-Entwickler stellen das Bedrohungspotenzial durch Scezda nicht völlig in Abrede, raten aber zum Abwarten: Bisher hätten sich Melhackers Viren als wenig erfolgreich erwiesen. Eine Synthese aus Nimda, Klez und Sircam, drei der folgenreichsten Viren des vergangenen Jahres, stellte aber allemal eine Bedrohung dar. “Wie groß diese wirklich ist”, meint Vincent Gullotto von McAfee, “hängt davon ab, ob es ihm wirklich gelingt, das Ding in Umlauf zu bringen”.