Lindows-PC: Microsoft kennt kein Gegengift

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Schwarzer Peter für die Hardware-Seite

Der Microsoft-Konzern wird auf die publikumswirksame Konkurrenz durch das amerikanische Start-up Lindows nicht mit Preisreduzierungen reagieren. CEO Steve Ballmer erklärte am Rande einer Gartner-Konferenz in Florida, es sei aus Sicht des Softwarelieferanten unmöglich, den Linux-PC der Warenhauskette Walmart mit seinem Verkaufspreis von nur 200 Dollar zu unterbieten.

Vergleichbare PCs von Dell oder anderen Anbietern, die mit dem Windows-Betriebssystem ausgeliefert werden, kosten mehr als das Doppelte. Der Preisunterschied komme aber allein durch Dumping bei der Hardware zustande, argumentierte Ballmer. Es sei sinnlos, den Preis der OEM-Lizenz für sein Windows-Betriebssystem, der ohnehin seit sieben Jahren unverändert bei 50 Dollar liege, auf beispielsweise 30 Dollar zu senken. Dadurch würden Windows-PCs der etablierten Anbieter auch nicht konkurrenzfähiger.

Lindows bietet ein konfiguriertes Linux-System mit VIA-Chipset an, auf dem Windows-Applikationen verwendet werden können. Die Aktivitäten auf dem mächtigen Vertriebskanal Walmart werden in der Branche mit Argusaugen verfolgt, weil die PC-Branche seit rund zwei Jahren ihre schwerste Absatzkrise erlebt.

Seit vergangenem Dezember liegt eine Klage Microsofts gegen Lindows bei Gericht. Allein der Firmen- und Produktname gefährde den eigenen Markennamen des Betriebssystems, so die Argumentation. Eine Entscheidung ist noch nicht abzusehen.