Systems: “Onkel Bill” soll vor Suns Linux-Strategie zittern

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Zuverlässigkeit bleibt Haupt-Treiber für die Microsoft-Konkurrenzplattform

Mit einem umfassenden Desktop-Migrationsprojekt will der IT-Konzern Sun vor allem den Mittelstand ködern. Außerdem soll Linux im Serverbereich viel stärker werden. Alle nicht geschäftskritischen Anwendungen sollen mittelständische Unternehmen auf Linux portieren, wünscht sich das Unternehmen.

Dabei kommt Sun die jüngste Studie des Marktforschungsunternehmens Meta Group zupass. Zwar sei Microsoft im Desktop-Bereich immer noch führend, sagte Senior Consultant Markus Huber-Graul auf der gemeinsamen Systems-Pressekonferenz. Allerdings würden Kosteneffizienz, einfache Verwaltung, Flexibilität und Zuverlässigkeit immer mehr Unternehmen auch aus dem Mittelstand überzeugen, das Betriebssystem zu wechseln.

Das stärkste Wachstum prophezeit er aber nach der vorläufigen Befragung von 90 IT-Verantwortlichen in Deutschland dem Serverbereich. “Windows 2000, beziehungsweise XP werden zwar dominieren, aber mit einem Wachstum von 38 Prozent in diesem Jahr auf 42 Prozent im nächsten Jahr kann sich Linux durchaus blicken lassen”, so Huber-Graul. Einzig Unix-Systeme würden stärker zurück gedrängt, hier leide vor allem das Unix-System von Hewlett-Packard, das laut den Aussagen der Befragten in den nächsten Jahren durch Linux-Systeme ersetzt werden soll.

Als besonderen Vorzug referierte der Consultant die Clustering-Fähigkeit von Linux und die TCO-Werte. “Über 71 Prozent der Befragten waren mit ihren bereits eingesetzten Linux-Plattformen zufrieden – das wird mit großer Wahrscheinlichkeit den Linux-Trend weiter anstoßen”, sagte Huber-Graul.

Um diesem kommenden Nachfrageschub zu begegnen, hatte der IT-Konzern Sun bereits auf seiner Hausmesse vor vierzehn Tagen eine umfassende Office-Alternative angekündigt, die sowohl im Front-Office, als auch im Back-Office den Erzfeind Microsoft das Fürchten lehren soll. Unter dem ungewöhnlichen Namen “Madhatter” stellten die Top-Manager dort ein Desktop-Migrationsprojekt vor, das den schrittweisen und kostengünstigen Wechsel ermöglichen soll. Erste Kunden sollen bald auch in Deutschland Erfahrungen mit dem Komplettpaket sammeln.

“Jeder IT-Manager wird die Migration auf Linux äußerst verlockend finden – dabei sind nicht nur das trübe Marktumfeld und der Kostendruck, sowie die bekannten Linux-Vorzüge entscheidend”, mischt sich Martin Riess ein, der Geschäftsführer des Systemintegrators und langjährigen Sun-Partners Riess GmbH. Vielmehr habe “Microsoft mit seiner überspannten Lizenzpolitik” den Markt für Linux selbst geschaffen.