Microsofts Lizenzmodell ein echter Kassenschlager

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Trotz einmaligen Effekten bleibt Ballmer optimistisch

Der Microsoft-Konzern ist trotz aller Kritik seiner Kunden mit dem neuen Lizenzierungsmodell seiner Produkte erfolgreicher als gedacht. CEO Steve Ballmer wies im Interview mit einem australischen Fernsehsender am Wochenende jedoch darauf hin, dass es sich bei dem Umsatzsprung von plus 26 Prozent um einen einmaligen Effekt handele. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf gut 2,7 Milliarden Dollar. Die Marktaussichten seien aber weiterhin als schwierig zu bezeichnen.

“Das war eine Art Einmal-Anomalie”, so Ballmer. Microsoft weist für das im September ausgelaufene Quartal einen Umsatz von 7,75 Milliarden Dollar aus, eine Viertel mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Der weltgrößte Softwarehersteller begründet diese Entwicklung selbst mit der Einführung von Licensing 6.0, dem Umstieg von einmaligen Lizenzzahlungen für Software und deren Upgrades zu einem Abonnement-Modell. Damit versucht Microsoft, seinen Umsatzstrom gleichmäßiger zu gestalten. Mehr Kunden als erwartet hätten das Angebot angenommen, so Finanzvorstand John Connors.

Im Vorfeld sah sich Microsoft zu einer zweimaligen Verschiebung des Lizenzprojekts genötigt, weil die aufgebrachte Kundschaft weit höhere Kosten befürchtete. Wie sich die Lizenzierung nun tatsächlich auswirkt, kann man derzeit noch nicht abschätzen.

Auch wenn die Lizenz-Zahlungen aus License 6.0 sich im Microsoft-Ergebnis nicht einmalig niederschlagen, sondern zeitlich gestreckt in die Bücher eingehen, sehen Analysten einen deutlichen Einfluss des Lizenz-Starts: Zwar sei nicht die Nachfrage nach Software gestiegen, allerdings habe sich die Zahl der Vertragsabschlüsse im vergangenen Quartal eben gehäuft, so die Erklärung von Analysten.

Die Ballmer-Company bleibt trotz der trüben Aussichten auf dem PC-Markt optimistisch. Im kommenden Jahr sei mit einem Umsatz von über 32 Milliarden Dollar zu rechnen, unter dem Strich soll der Kassenwart in Redmond einen Gewinn zwischen 14,1 und 14,4 Milliarden Dollar verbuchen können.