Microsoft legt weitere Schnittstellen offen

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Mit dem ersten XP-Update kommt die passende Tool-Box

Schon seit gestern steht über die Microsoft-Site für Entwickler, MSDN, eine Liste von 272 Programmierschnittstellen zur Verfügung – einen Tag früher, als angekündigt. Damit erfüllt der Software-Riese eine der Bedingungen des Vergleichs, den Microsoft im vergangenen November im Kartellrechtsverfahren geschlossen hatte.

Dieser sieht vor, die Schnittstellen offen zu legen, damit vor allem unabhängige Softwareanbieter damit arbeiten können. Laut der Vereinbarung musste diese Veröffentlichung der Application Programming Interfaces (APIs) noch vor der Freigabe des ersten Service-Packs für Windows XP erfolgen. Dieser wird heute veröffentlicht.

Mit dem ersten Windows-XP-Update will Microsoft auch eine Werkzeugkiste, ein Software Development Kit, ausliefern. Mit Hilfe dieses Tools sollen Entwickler die APIs nutzen können.

Darüber hinaus sollen ab Anfang Oktober 113 Kommunikationsprotokolle zur Verfügung stehen, die für die Verbindung von Windows-Desktops mit Windows-Servern benötigt werden. Doch anders als die APIs, die grundsätzlich frei verfügbar sind, müssen die Protokolle von Microsoft lizenziert werden.

Analysten streiten sich noch, ob mit den jetzigen und künftigen Offenlegungen, das Desktop-Monopol von Microsoft gebrochen werden kann. “Schließlich könnte es sein”, so der IDC-Analyst Al Gillen, “dass wir in fünf Jahren zurückblicken und erkennen müssen: 270 oder mehr APIs hat Microsoft offen gelegt. Aber höchstens eines war wichtig.”