Microsoft engagiert einen Spam-Killer

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Brightmail soll Hotmail-User schützen

Das Microsoft-Poartal MSN versucht, die Nutzer seines E-Mail-Dienstes Hotmail besser vor lästigen Werbebotschaften zu schützen. In dem kalifornischen Softwarehaus Brightmail fand es einen Partner, der nun einen Spamming-Filter zur Verfügung stellen wird.

Noch in diesem Herbst soll die in San Franzisko beheimatete Firma ein Programm installieren, dass die unerwünschten Werbenachrichten am SMTP-Eingang abfängt, also bevor sie in den Postfächern der Nutzer ankommen. Unterstützt wird das Filtern durch eigens für diesen Zweck geschaffene Lockadressen. Hier werden die Spams enttarnt. Brightmail unterhält weltweit ein Netz von rund 200 Millionen solcher E-Mail-Accounts.

Das Unternehmen ist seit fünf Jahren im Markt. Zu den Kapitalgebern gehört neben zwei Risikokapitalgebern der Security-Hersteller und Anti-Viren-Spezialist Symantec. Symantec hält 12 Prozent der Brightmail-Anteile.

Enrique Salem, President and CEO von Brightmail, hofft, ab dem zweiten Quartal 2003 profitabel arbeiten zu können. Das Abkommen mit Microsoft bezeichnet er als “großen Erfolg”.

Die Redmonter haben nach eigenen Angaben rund 110 Millionen Hotmail-Nutzer. Damit ist Microsoft zwar der größte Brightmail-Kunde, jedoch nicht der einzige. Die Internet-Anbieter AT&T, Earthlink und Verizon gehören ebenfalls zur Klientel der Kalifornier.

Wie Salem ausführt, werden so genannte Junk-Mails zu einem ernstzunehmenden Kostenfaktor in den Unternehmen. Noch im September 2001 seien nur 8 Prozent aller elektronischen Nachrichten Spam-Mails gewesen. Nur ein Jahr später im September dieses Jahres habe der Prozentsatz schon bei 35 Prozent gelegen.

Dadurch, dass solche unerwünschten Nachrichten Mitarbeiter von der Arbeit abhalten und außerdem Bandbreite schlucken, verursacht Spamming einen wirtschaftlichen Schaden. Nach Angaben von den Internet-Beobachtern Jupiter Media Metrix (JMM) haben diese Kosten einen Gegenwert von rund einem Dollar pro Mail.