Web-Services heben ab

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Einige gute und viele schlechte Nachrichten

Web-Services gewinnen in den Unternehmen immer mehr an Fahrt, aber Sicherheits- und ROI-Bedenken bremsen derzeit noch das Wachstum. Das ist das vorab ermittelte Ergebnis einer Studie der Meta Group.

Die Relevanz von Web Services Technologien wird von den Unternehmen durchaus positiv bewertet. Nur 22 Prozent der befragten Unternehmen geben an, Web-Services derzeit und auch in Zukunft keine Bedeutung beizumessen. 18 Prozent der insgesamt 262 befragten Unternehmen haben heute bereits Web-Services in Einzel- oder Pilotprojekten implementiert. Eine komplette Web-Services Architektur (WSA) haben allerdings nur 2 Prozent der Anwender in Angriff genommen.

Die Gründe für die Einführung solcher Technologien sind vielfältig. Die Optimierung der Prozesse und der Ausbau des Serviceangebotes für Kunden und Partner rangiert aber laut der Studie ganz oben. Das Thema Kostenreduktion spielt, wenig überraschend, bei 85 Prozent der Unternehmen eine wichtige Rolle. So lassen sich beispielsweise durch eine zentrale Schnittstellenverwaltung mittels Web-Services einige Kostensenkungen erreichen.

Die Bedenken hingegen richten sich auf den derzeitigen Stand der Datensicherheit und des Datenschutzes. Dies bestätigen 81 Prozent der befragten Anwender der Studie, die im Aufwand für Sicherheit das größte Hindernis für den Einsatz der Werkzeuge sehen. Obwohl die Standardisierungsbemühungen in Bezug auf Web Services laufen, wird es noch einige Zeit dauern, bis echte Interoperabilität auf der Produktebene mit “offiziellen” Web-Services Security Standards tatsächlich möglich ist.

Als ein weiteres Hemmnis für Web-Services stellt sich die nicht zufriedenstellend nachvollziehbare Kosten-/Nutzen-Relation heraus. Der ROI ist tatsächlich nur schwer quantifizierbar, so dass auf eine Kombination von quantifizierbaren Größen und Risikominimierung zurückgegriffen werden sollte. Gerade IT-Anbietern biete sich hier eine große Möglichkeit, Hilfestellung zu leisten, so Studienautorin Anke Hoffmann, Senior Consultant der Meta Group.

Sie schlägt den Anwendern als Best Practice vor, führende Technologietrends, wie Web-Services und Portale, mit Dotnet/J2EE als eine Entwicklungsinfrastruktur zu integrieren und Web Services als eine Verbindung zur Infrastruktur für Portale zu nutzen.

Den Anbietermarkt zeichnet sie derzeit noch sehr fragmentiert. In Zukunft sollen noch weitere Anbieter in dieses Marktsegment stoßen, was für einige Unsicherheit auf Anwenderseite sorgen werde. Die Anwender erwarten Hoffmann zufolge, dass die “Großen” der Branche, wie IBM, Microsoft, SAP, HP, Sun und Oracle eine Vorreiterrolle übernehmen und die Standardisierung weiter vorantreiben.