SuSE Linux erhält höhere Weihen

EnterpriseSoftware

Enterprise Server landet bei HP, im Supercomputing und im Weltraum

Der Nürnberger Linux-Distributor SuSE konnte im Laufe dieses Monats eine ganze Reihe prestigeträchtiger Deals mit Version 8 ihres Enterprise Servers landen. Im Rahmen eines langfristigen Abkommens mit Hewlett-Packard wird der Computer-Hersteller seine Proliant-Server wie auch die Itanium2-basierten Server mit der SuSE-Distribution ausstatten.

HP ist bereits nach IDC-Angaben Marktführer bei Linux-Servern, jedoch könnten seine Aktivitäten einen zusätzlichen Push durch den Umstand gewinnen, dass HP im Rahmen des “SuSE Linux Maintenance Programms” auch Support und Systempflege anbietet. Damit wären alle relevanten Services für das Gesamtsystem künftig für Anwender aus einer Hand zu haben. Ähnliche Abkommen hat HP auch mit SuSE-Konkurrenten wie RedHat und Turbolinux geschlosen.

Fürs Ansehen gut sein dürfte die Einbeziehung des Enterprise Server 8 in das Projekt “Red Storm” des US-Energieministeriums. Red Storm ist ein Supercomputing-Projekt unter Federführung von Cray, das mit Nutzung von MPP-Architekturen (MPP = Massively Parallel Processing) bis Ende nächsten Jahres einen der fünf schnellsten Rechner der Welt implementieren soll.

Hardwarebasis für Red Storm sind AMD Opteron-Prozessoren mit HyperTransport-Technologie. Red Storm wird nach seiner Inbetriebnahme von den kalifornischen Sandia National Laboratories zur Simulation der Lagerung von US-Nuklearstoffen und für weitere Anwendungen genutzt. Neben dem Betriebssystem liefert SuSE an Cray auch Support im Bereich Entwicklung.

Auf eine Linux-Serverfarm wird schließlich eine neue Storage-Lösung für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen zugreifen, die derzeit von CompuNet implementiert wird. Das 2,4 Millionen Euro teure Projekt wird alle Anwendungen für das Weltraumlabor Columbus hosten.

Rund um die Uhr wird Columbus über die nächsten 10 bis 15 Jahre hinweg Telemetrie-, Audio- und Videodaten zur Erde senden. Für die Übertragung, Speicherung und Datenverfügbarkeit sorgen 46 IBM Dual-Xeon-Server, zwei Sun Solaris Systeme, knapp 25 Terabyte EMC CLARiiON CX600 Storage, ADIC StorNext HSM, Legato Networker Backup sowie eine ADIC Scalar10k Bandbibliothek mit über 70 Terabyte Speicherkapazität für Backup und Archivierung.