Sun lacht Dotnet aus mit Java-Kickstart

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Staub soll Onkel Billy schlucken …

Mit einem Kraftakt im Java-Bereich bringt sich der IT-Konzern Sun in eine bessere Schussposition gegen den Rivalen Microsoft. So soll der bereits im Juni vergangenen Jahres angekündigte und jetzt marktreif vorgestellte Entwickler-Werkzeugkasten “Sun One Web Services Platform Developer Edition” noch in dieser Woche bei den ersten Kunden installiert sein.

Mit diesem Lösungs-Baukasten will der Java-Erfinder seine in Richtung von IBM und BEA davon geschwommenen Java-Felle zurückholen. In Deutschland hat sich Sun in Sachen Java beispielsweise mit SAP einen starken Partner geholt, an dem laut Umfragen 80 bis 90 Prozent der Unternehmen nicht vorbeikommen. Doch die Entwicklerplattform soll für sich sprechen und offensichtlich auch ohne fremde Hilfe Staub aufwirbeln.

Die Plattform beinhaltet Applikations-Server, Portal Server, Identity Server und Integrations-Server. Außerdem erhält der Kunde das Sun-eigene “One Studio” IDE (Integrated Development Environment), das Produkt “Portlet Builder” und weitere auf Web-Services ausgelegte Entwicklungs-Tools. Die Plattform soll die Standards WSDL (Web Services Description Language), SOAP (Simple Object Access Protocol), UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) und J2EE 1.3 (Java 2 Enterprise Edition) unterstützen, heißt es aus Boston.

Ähnlich wie bei der Produkte-Vorstellung (vierteljährliche Zyklen scheinen hier in Mode gekommen) will Sun wohl auch bei der Produkte-Fertigstellung vorgehen und stellt gleich noch weitere Neuerungen ins Schaufenster:

Sun hat nunmehr dem Standardisierungsgremium “Java Community Process” eine neue Java-Spezifikation vorgelegt. “Java Business Integration” (JBI, Java Specification Request 208) basiert auf J2EE und soll die Funktionen der in Kooperation von Bea und Sun sowie von Bea und Microsoft entwickelten Standards WSCI (Web Services Choreography Interface) und BPEL4WS (Business Process Execution Language for Web Services) vereinen.

Ferner soll nunmehr ein eigenes “Sun Developer Network” nach dem Vorbild von Microsofts und Beas Entwicklergemeinde-Portalen den Hausentwicklern in einer Art von Online-Gemeinschaft die Arbeit und vor allem die Zusammenarbeit und Kommunikation erleichtern. Hier gibt es die gängigen Hilfen wie Training, Code-Samples, Online-Schulung und weitere Hilfen. Sanjay Sarathy, Director of the Developer Program Office bei Sun, nennt dies einen “One-Stop-Shop, den sich die etwa drei Millionen mit Sun beschäftigten Entwickler schon immer gewünscht haben”.

CEO Scott McNealy fasst den Vorstoß von der anderen Seite her zusammen: “Es gibt auf der Welt noch zwei Entwickler-Gruppen – eine ist Dotnet, die andere ist Sun One Java. Java ist die Nummer eins unter den Entwicklerplattformen. Viren sind halt ein Feature innerhalb von Dotnet, während Java eingebaute Sicherheitsfunktionen hat.” Das bricht er herunter auf: “Sun One läuft auf jedem Betriebssystem und Prozessor, Dotnet nur auf Windows. Das heißt: die Menschheit gegen Microsoft. Dotnet ist ein Witz.”