TCPA – ein unfairer Schachzug von Microsoft?

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Heiße Kritik an neuen Hochsicherheits-PCs

Die TCPA-Initiative erweist sich als eine verhängnisvolle Marktbremse für Linux und Open Source – das kritisiert die Süddeutsche Zeitung. Die Tageszeitung nimmt den sogenannten modernen Hochsicherheits-PC der TCPA (Trustet Computing Plattform Alliance) von Microsoft und Intel in die Zange.

Einerseits sollen die PCs sicherer vor Viren, Angreifern und Piraten werden. Die Allianz will dies mit einer starren Sicherheitsdefinition in ihrem neuen Modell, indem Sicherheitsmechanismen direkt in die PC-Hardware integriert werden, gewährleisten. Dies sei zunächst als Fortschritt zu betrachten, so die SZ.

Andererseits bringe der PC aber potentielle Gefahren für die Marktstabilität mit sich. Schließlich sei das flexible Open-Source-Prinzip, mit welchem jedem Interessierten der Quellcode der Programme frei zugänglich ist, nicht mit dem entstehenden Sicherheitsstandard vereinbar. Die Open-Source- und Shareware-Gemeinschaften seien die großen Verlierer, denn sie müssten jede Programmversion teuer nachzertifizieren lassen. Langfristig könnten sich das vor allem die kleineren Hersteller wahrscheinlich nicht leisten.

Nach Meinung von Rafael Laguna, Vizepräsident des Linux-Vertreibers Suse, sei eine Zertifizierung in dem von der TCPA geplanten Ausmaß hinsichtlich Produktzahlen und Produktionsgeschwindigkeit nicht bezahlbar. Aussichten auf schnelle Alternativen seinen ebenfalls schlecht, denn wäre nur ein Teil des Systems nicht offen kontrollierbar, so würde das komplette Open-Source System zusammenbrechen. Als “Angriff aus dem Hinterhalt auf die gesamte Linux-Gemeinde” bezeichneten dementsprechend Linux-Fans den Vorstoß der TCPA. Jetzt soll der Verdacht geprüft werden, ob mit Hilfe von TCPA etwa ein Monopol errichtet wird.