Wieder auf der Anklagebank: Microsofts Kopplungspraxis

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Der Handelsverband sucht die Alternativen

Der internationale Computer Handelsverband CCIA hat eine neue Beschwerde gegen den US-Softwareriesen Microsoft eingelegt. In einer 260 Seiten umfassenden Reklamation wirft der Verband den Redmondern unfaire Wettbewerbspraktiken bei der neuesten Version von Windows XP vor.

Mit der gleichen Taktik wie Microsoft bereits Netscape vom Spielfeld geschubst hat, sehen sich jetzt auch die klagenden Wettbewerber durch Microsofts unfaire Koppelungspraxis gefährdet. Der Redmonder Hersteller hat sein Betriebssystem mit Media-Player, E-Mail-Programm oder auch einem Chat-Programm bestückt. Die Default-Einstellung verhindere Alternativen, so der CCIA.

Schon seit Februar 2000 prüft die EU-Kommission illegale Geschäftspraktiken von Microsoft. Erst im vergangenem Monat zwang sie den Software-Konzern, seinen Dienst “Dotnet-Passport” zu überarbeiten, weil er gegen EU-Recht verstieß. Um aber Microsofts mögliche Wettbewerbsverzerrung zu erkennen, müsse die Kommission die Gesamtstrategie des Unternehmens untersuchen.