Industrieverbände rennen gegen Kartell-Windmühlen an

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Microsoft-Konkurrenten sollen selber klagen

Zwei einflussreiche IT-Industrieverbände in den USA sind mit ihrem Versuch gescheitert, gegen den Microsoft-Kartellvergleich des Justizministeriums noch einmal zu Felde zu ziehen. Weder die Software and Information Industry Association noch die Computer & Communications Industry Association hätten die Möglichkeit, dagegen Berufung einzulegen, beschied ihnen die zuständige Bundesrichterin Kolleen Collar-Kotelly.

Die beiden Verbände hatten während des Prozesses um das Strafmaß für Microsofts Kartellrechtsverstöße Gutachten an das Gericht geliefert, in denen sie für weitaus striktere Sanktionen plädierten. Es bestehe nur die Möglichkeit, sich mit einer Zivilklage auf Schadenersatz gegen Microsoft zu wenden.

Die Einigung zwischen Microsoft einerseits sowie dem US-Justizministerium und einer Reihe von Bundesstaaten andererseits steht allerdings weiter unter Beschuss durch die Generalstaatsanwälte von Massachusetts und West Virginia sowie neun der ursprünglichen Klage-Staaten, die allesamt eine drakonischere Strafe fordern. Nur so könne der Softwarekonzern davon abgehalten werden, seine beherrschende Marktposition erneut zum Nachteil der Anwender zu missbrauchen.