Indien umarmt Microsoft

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Feldzug gegen Linux als Pilgerreise getarnt

Der Software-Riese Microsoft hat mit seiner Promotion-Tour durch Indien offenbar Erfolg: Die Regierung des Milliardenvolks hat eine Ankündigung begrüßt, wonach Microsoft rund 400 Millionen Dollar in der IT-Industrie des Landes investieren will.

Außerdem will der Konzern seine Betriebssysteme für E-Government- und gemeinnützige Projekte kostenfrei zur Verfügung stellen. Das indische Technologieministerium soll den Windows-Source-Code erhalten, um eigene Entwicklungen darauf aufzusetzen.

Im Rahmen einer Tour durch den Subkontinent hatte Microsoft-Chefentwickler Bill Gates auch 100 Millionen Dollar aus seiner Stiftung zur Verfügung gestellt, um das Gesundheitssystem zu unterstützen. Hintergrund der amerikanischen Bemühungen ist die breite Akzeptanz von Open-Source-Software in Indien.

Im IT-Zentrum Bangalore heißt es von offizieller Seite inzwischen, es würden sich nicht ausreichend Linux-Entwickler finden, die entsprechende Projekte bearbeiten könnten. Deshalb sei man froh über das Microsoft-Angebot.

Scharfe Kritik kommt dagegen vom Amerikaner Richard Stallmann, der sich für freie Software einsetzt. Er wirft Gates vor, die Situation armer Länder auszunutzen, um sie abhängig von seinen proprietären Produkten zu machen.