Neuer Linux-Kernel von Bug geplagt

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Ein häßlicher Fleck auf der weißen Weste

Ein außergewöhnlicher Fehler im Dateisystem des Linux-Kernel ist in der vergangenen Woche behoben worden – allerdings erst drei Monate nach Bekanntwerden des Bugs. Der aktuelle Kernel in der Version 2.4.20 wurde bereits vor gut zwei Wochen freigegeben. In den Produkten der Distributoren ist dieser Kernel allerdings noch nicht enthalten.

Linux-Entwickler weisen auch darauf hin, dass der Fehler, bei dem es zum Verlust von Daten kommt, relativ schwer zu rekonstruieren sei. Nur wenn der Administrator das Dateisystem Ext3 in einem selten verwendeten Mode laufen läßt und dann die Verbindung zum Rechner unterbricht, könnten die Daten verlorengehen, die im Zeitraum der vorangegangenen 30 Sekunden abgespeichert werden sollten. Während Redhat seinen Kunden ein Update anbietet, verwendet die deutsche Suse standardmäßig das Reiser-Filesystem, das von dem Bug gar nicht betroffen ist.

Für Aufsehen sorgt die Nachricht trotzdem: Denn normalerweise kann die weltweit vernetzte Linux-Community Fehler in dem Open-Source-Betriebssystems relativ schnell beheben – wenn sie denn überhaupt auftreten. Die gewohnte Schnelligkeit gilt inzwischen auch bei vielen IT-Verantwortlichen als Argument für Linux, weil Hersteller von proprietärer Software meistens länger für eine Fehlerbehebung brauchen.