Sony setzt auf Suns Star Office

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Schwere Schlappe für Microsoft

Sun Microsystems hat beim PC-Hersteller Sony einen großen Coup gelandet – und damit Microsoft eine empfindliche Niederlage beigebracht. Sony wird einen Teil seiner PCs für den europäischen Markt in Zukunft mit der Software-Suite Star-Office in der Version 6.0 ausliefern.

Für den Comsumer-Bereich soll Star-Office sogar den überwiegenden Teil ausmachen, Microsofts Office-Suite soll kaum noch installiert werden. Sony ist der erste größere PC-Hersteller, der auf Works oder Office aus Redmond verzichtet.

Deutlich wird allerdings auch, dass das Rennen um Platz zwei der Applikations-Lieferanten auf dem Desktop verschärft wird: Sun könnte vor allem seinen Mitbewerber Corel ins Hintertreffen bringen. Corel hat allerdings schon einen Deal mit Sony für den nordamerikanischen Markt sowie mit Hewlett-Packard.

Die PC-Hersteller finden sich dagegen in einer sehr viel angenehmeren Position wieder: Während die Margen auf der Hardware-Seite immer enger geworden sind, könnten sie den Wettbewerb jetzt verstärkt mit Einsparungen bei der Software vorantreiben. Und nachdem auch Microsofts Lizenzpolitik nicht viele Fans gefunden hat, sehen die Hersteller offenbar die Akzeptanz für Microsoft-Alternativen bei den Kunden wachsen.

Allerdings sprechen weder Sun noch Corel über die vereinbarten OEM-Lizenzgebühren. Beobachter vermuten, dass sich die Kosten hier nicht einmal decken lassen. Den Herstellern kommt es derzeit viel mehr darauf an, überhaupt einen Fuß in die Desktop-Tür zu bekommen und später mit Upgrades Geld zu verdienen.

Simon Phipps, Suns Cheftechniker in Europa, sieht darüber hinaus eine ganz neue Rolle afu sein Unternehmen zukommen: “Hersteller wie Sony würden es ja gerne sehen, wenn wir uns für sie in den Open-Source-Markt stürzen würden. Mit Star-Office bekommen sie dagegen alle Vorteile von freier Software, ohne sich auf ein Abenteuer mit der Open-Source-Community einlassen zu müssen.”