Richter empfiehlt Sun neue Strategie

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Lieber Java-Support als Entschädigung?

Im Prozess um Microsofts Java-Politik hat der zuständige Richter in Baltimore der klagenden Sun Microsystems empfohlen, auf eine Schadenersatzforderung sowie die geforderte Einstweilige Verfügung zu verzichten. Sun sieht seine Java-Plattform durch den Betriebssystem-Monopolisten geschädigt und verlangt eine sofortige Verpflichtung zur Java-Unterstützung sowie eine Entschädigung in Höhe von 1 Milliarde Dollar.

Richter Frederick Motz empfahl dem Kläger in Baltimore, sich auf die langfristige Forderung nach einer Java-Unterstützung durch Microsoft zu konzentrieren. Eine nähere Begründung gab er dazu allerdings nicht ab. Die Anwälte von Sun sagten, man werde die Empfehlung in Betracht ziehen.

Allerdings wiederholten sie ihren Vorwurf, Microsoft habe die Java-Plattform zunächst illegalerweise proprietär abgewandelt und dann geschädigt, indem sie gar nicht mehr unterstützt wurde. Für eine Einstweilige Verfügung müßte Sun jedoch nachweisen, dass dem Unternehmen ein unmittelbarer und nicht mehr wieder gut zu machender Schaden entstehe.

Ein Wirtschaftsexperte, den Sun als Zeuge berief, sagte zudem aus, Microsoft übertreibe mit seiner Aussage, Dot-net sei der Java-Plattform in vielen Funktionen bereits heute überlegen. Richer Motz stimmte dem zu und sagte: “Es ist ja nicht nur eine Übertreibung, sondern sogar eine bewußte Schädigung, wenn es keine kompatiblen Java-Plattformen gibt.”