Sun fährt vor Gericht Java-Geschütz gegen Microsoft auf

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Vergleich mit US-Bundesstaaten wieder auf der Kippe

Nur einen Monat nachdem Microsofts Vergleich mit dem US-Justizministerium über den jahrelangen Kartellstreit gebilligt wurde, müssen die Anwälte des Redmonder Konzerns schon wieder vor Gericht erscheinen. In Baltimore hat vor einem Bundesgericht der Prozess begonnen, den Konkurrent Sun Microsystems angestrengt hat.

Dabei geht es um den Vorwurf, Microsoft habe mit seinem Betriebssystem Windows XP Suns Java-Plattform zu Unrecht nicht unterstützt und damit geschädigt. Sun verlangt, dafür müsse die Gates-Company einen Schadenersatz von 1 Milliarde Dollar zahlen.

Java gilt allgemein als Gegenentwurf zu Microsofts Projekt Dot-net. Das Bundesgericht in Washington D.C. hatte in seiner Entscheidung zum Kartell-Vergleich Anfang November zwar einen Java-Zwang für Microsoft abgelehnt. Der Softwarekonzern hatte allerdings zuvor eine Implementierung in der kommenden XP-Version angekündigt. 2004 soll damit nach Microsoft-Angaben allerdings schon wieder Schluss sein.

Der gleiche Richter hat in Baltimore auch über Klagen von Netscape, Be und Burst.com zu entscheiden. Außerdem haben mehrere Anwälte Sammelklagen angestrengt, in denen es um die Schädigung der Verbraucher durch Monopolmissbrauch geht.

Möglicherweise ist auch das Kartellverfahren noch nicht zu Ende, das von einer Reihe von US-Bundesstaaten angestrengt wurde. Nach Massachusetts geht nun auch der Generalstaatsanwalt von West Virginia gegen den Vergleich in Berufung. Die Staaten hatten von Gericht härtere Sanktionen gefordert, um einen erneuten Monopolmissbrauch zu verhindern.