Microsoft bring neues Lizenzmodell für Kleinunternehmen

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Massenexodus in Richtung Linux soll verhindert werden

In einem Versuch, die massive Migration seitens Kleinunternehmen in Richtung Linux zu verhindern, kehrt Microsoft seine großzügige Seite heraus. Kleine und mittelgroße Unternehmen sollen künftig nicht zwangsläufig auf das im Sommer vorgestellte Lizenzmodell Licensing 6 umsteigen, sondern haben die Wahl, ein eher auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Lizenzmodell zu bevorzugen.

Der Redmonder Monopolist sah sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem Licensing 6 auf Massive Kritik gestoßen war. Schätzungen der Gartner Group hatten ergeben, dass die neue Preispolitik die Software um 33 bis 107 Prozent verteuern würde. Während große Unternehmen sich eher gezwungen sahen, die Kröte zu schlucken, weil ein Umstieg für sie mit zu hohen betrieblichen und finanziellen Risiken verbunden war, blieb der Mittelstand auf Distanz. Analysten schätzen, dass bisher etwa zwei Drittel aller Microsoft-Lizenznehmer Licensing 6 gänzlich oder in großen Teilen abgelehnt haben.

Wie News.com berichtet, soll das neue Programm namens Open Value im kommenden Jahr in Kraft treten. Nach diesem Modell sollen Lizenznehmer von Software Assurance ihre Zahlungen über zwei oder drei Jahre strecken können. Die Bindung an Microsoft bleibt über diesen Zeitraum jedoch erhalten. Damit sollen Firmen davon abgehalten werden, sich nach Alternativen umzusehen während die Lizenzvereinbarung noch läuft.

silicon meint: Wer migriert schon gerne auf neue Plattformen? Nur um seine IT-Abteilung beschäftigt zu halten, mit Sicherheit niemand. Selbst wenn die Alternative Open Source heißt und große Preisvorteile verspricht, werden durch die Migration erst mal Kosten verursacht – von den betrieblichen Risiken überhaupt nicht zu sprechen. Da müssten die finanziellen Vorteile schon enorm groß sein, oder es steht sowieso ein Neubeginn ins Haus. Microsofts Licensing 6 hat seit Sommer eine Migration trotz aller Risiken und Nebenwirkungen immer schmackhafter gemacht. Wie es sich für einen cleveren Monopolisten gehört, versucht Microsoft jetzt die Schmerzschwelle herabzusetzen, um die Abhängigkeit sicher zu stellen. Aber nur so viel, dass es nächstes Jahr wieder für einen Rekordgewinn in Redmond ausreicht.