Microsoft sichert sich Pfründe in Indien

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Open-Source-Fans in Bangalore, aufgepasst!

In den kommenden drei Jahren will Microsoft rund 400 Millionen Dollar in Indien investieren. Das hat Firmengründer Bill Gates anlässlich seiner Reise durch den Subkontinent angekündigt. Laut Gates wird der Konzern seine Software- und Produktentwicklungsaktivitäten in Indien ausweiten und dafür sorgen, dass auch indische User das Betriebssystem Windows sowie die Applikationen nutzen können. Das neue Engagement ist laut einem Bericht der New York Times die bisher größte Investition des Softwaregiganten außerhalb der Vereinigten Staaten.

Indien ist für die Softwarebranche nach wie vor ein interessantes Pflaster. Mehr als 500 000 Inder arbeiten im Technologiesektor; das Land gilt als einer der größten Exporteure im Bereich Software und Computer-Services. Bereits in der Vergangenheit hatte Microsoft sich in Indien engagiert – das Unternehmen betreibt bereits sieben Niederlassungen auf dem Subkontinent.

Allerdings zeigt die indische Regierung mehr und mehr Interesse an Open-Source-Software. Mit seiner Reise durch Indien will Bill Gates offenbar einerseits die wirtschaftlichen Interessen seines Konzerns deutlich machen, andererseits aber auch dessen ramponiertes Image aufpolieren: Erst gestern erklärte der Microsoft-Gründer, seine Wohltätigkeitsstiftung werde 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen Aids in Indien spenden.

Aber nicht nur Indien ist für den Softwarekonzern interessant: Mit einer neuen Messaging-Software will Microsoft seine Unternehmenskunden bei der Stange halten. Wie der Konzern heute erklärte, sei der neue Dienst für Betriebe gedacht, die bei Messaging Wert auf mehr Kontrolle und Sicherheit legen. Erst vergangene Woche hatte AOL ein neues Corporate-Messaging-System präsentiert. Die Microsoft-Software soll in den ersten Monaten des kommenden Jahres erhältlich sein und 24 Dollar pro Jahr kosten.