Prozess gegen Gates – eine fast unendliche Geschichte

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Längst hat sich die Windows-Welt grundlegend gewandelt …

Das Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft hat vor über viereinhalb
Jahren seinen Anfang genommen. Hier die wichtigsten Stationen:18. Mai 1998 – Das Justizministerium und 20 US-Staaten reichen
Klage gegen Microsoft wegen Verstoßes gegen das
Wettbewerbsrecht ein. Der Hauptvorwurf: Microsoft missbrauche
seine monopolartige Stellung mit dem Betriebssystem Windows, um
Netscape vom Browser-Markt zu drängen.

19. Oktober 1998 – Der Prozess gegen Microsoft wird eröffnet.

5. November 1999 – In einer Tatsachenfeststellung folgt Richter
Thomas Penfield Jackson in allen Punkten der Klage.

3. April 2000 – Richter Jackson spricht Microsoft des
wettbewerbswidrigen Verhaltens schuldig.

28. April 2000 – Die US-Regierung fordert im Plädoyer ihrer Anwälte
die Zerschlagung von Microsoft in je ein Unternehmen für
Betriebssysteme und für Anwendungsprogramme.

7. Juni 2000 – Jackson verhängt das Urteil: Microsoft soll in zwei
getrennte Unternehmen zerschlagen werden. Microsoft geht in
Berufung.

26. Februar 2001 – Beginn der mündlichen Verhandlung im Microsoft-
Berufungsverfahren.

28. Juni 2001 – Das Berufungsgericht hebt das Zerschlagungsurteil
auf, hält den Vorwurf, Microsoft habe sein Monopol illegal
ausgenutzt, aber aufrecht. Ein untergeordnetes Gericht soll das
Strafmaß für das wettbewerbswidrige Verhalten festsetzen. Penfield
Jackson wird der Fall entzogen, weil er während des Prozesses
Interviews mit Pressevertretern führte, in denen er den Konzern
scharf kritisierte.

7. August 2001 – Microsoft beantragt wegen Jacksons Verhalten
beim Obersten Gericht der USA einen völlig neuen Prozess.

6. September 2001 – Die neue US-Regierung unter George W. Bush
kündigt an, nicht mehr auf Zerschlagung des Konzerns zu dringen.
Auch der Vorwurf, die Integration des Internet-Browsers Explorer in
das Betriebssystem sei illegal gewesen, soll nicht weiter verfolgt
werden.

28. September 2001 – Die neue Richterin Colleen Kollar-Kotelly setzt
den Parteien eine Frist von fünf Wochen, um eine gütliche Einigung
zu finden.

9. Oktober 2001 – Das Oberste Gericht der USA lehnt es ab, sich auf
Antrag von Microsoft in das Kartellverfahren einzumischen.

31. Oktober 2001 – Microsoft und das US-Justizministerium einigen
sich gütlich. Das Abkommen sieht vor, dass Microsoft den
Computerherstellern mehr Rechte bei der Einbindung der einzelnen
Komponenten in das Betriebssystems einräumen sowie Teile des
Quellcodes von Windows offen legen muss.

6. November 2001 – Mehrere US-Bundesstaaten weigern sich, die
außergerichtliche Vereinbarung zu unterzeichnen und bestehen auf
schärferen Auflagen.

7. März 2002 – Microsoft und das US-Justizministerium kündigen als
Reaktion auf die Kritik von Microsoft-Konkurrenten einige
Änderungen in ihrer Einigung an.

8. März 2002 – Sun Microsystems reicht Kartellklage gegen Microsoft
ein. Vorwurf: Microsoft nutze sein Monopol auf dem Markt für
Betriebssysteme zum Nachteil von Suns Programiersprache Java
aus.

21. April 2002 – Microsoft-Gründer Bill Gates sagt erstmals vor dem
US-Bundesgericht in Washington aus. Gates spricht sich
entschieden gegen weiter Strafen aus mit der Begründung, dass
diese Microsoft um Jahre zurückwerfen würden.

12. Juni 2002 – Das Gericht lehnt Microsofts Antrag, die Klage der
neun Bundesstaaten abzuweisen, als unbegründet ab.

5. August 2002 – Microsoft kündigt an, teile der Programmcodes von
Windows offen zu legen. Der Konzern will jetzt auch PC-Herstellern
die Möglichkeit bieten, Programm-Symbole von den
Computeroberflächen zu entfernen.

18. September 2002 – Eine Gruppe von Microsoftrivalen beschuldigt
den Softwarekonzern erneut, sich nicht an die mit dem
Justizministerium ausgehandelten Auflagen zu halten.

1. November 2002 – Richterin Colleen Kollar-Kotelly stimmt den
Kernpunkten der außergerichtlichen Einigung zu und erklärt ihn im
Sinne des öffentlichen Interesses. Kollar-Kotelly fordert Microsoft zu
Nachbesserungen auf. Der vierjährige Prozess ist vorerst beendet.