France Télécom macht Mobilcom-Banken Zugeständnis

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Franzosen fürchten US-Anleger

France Télécom (FT) will sich nach Medienberichten nun vollständig aus dem deutschen Mobilfunkanbieter Mobilcom zurückziehen. Nach einem Bericht des Handelsblatts sollen der 28,5-Prozent-Anteil an die kreditgebenden Banken gehen. Der französische Konzern, mehrheitlich in staatlicher Hand, müsste sonst zumindest teilweise für die Verbindlichkeiten über 4,7 Milliarden Euro gerade stehen, die heute fällig werden.

Die Banken könnten dann die Mobilcom-Aktien zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse bringen, heißt es. Die Zukunft des Büdelsdorfer Unternehmens mitsamt seiner UMTS-Lizenz wird dadurch allerdings wieder ungewisser.

Die Bundesregierung hat sich allerdings nach einer ersten Finanzspritze durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau zu weiteren Beihilfen in Höhe von 400 Millionen Euro verpflichtet. So sollen vor allem die Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region erhalten werden.

Der Rückzug der FT bei einer gleichzeitigen Einigung mit den Banken ist offenbar auf den Wechsel an der Spitze des Pariser Konzern zurückzuführen. Denn Michel-Bon-Nachfolger Thierry Breton fürchtet nun vor allem Schadenersatzansprüche amerikanischer Anleger, die auf die Zusage der FT klagen könnten, Mobilcom bis zum Aufbau eines UMTS-Netzes zu unterstützen.