Systems: Umbrüche im Mobile Computing

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Niedrigere Takten – und den Akku-Balast abwerfen

Der Desktop wird im Unternehmensumfeld immer mehr durch mobile Endgeräte verdrängt – und das hat weit reichende Auswirkungen auf die Hersteller und ihre Prozessor-Lieferanten.

Acers Business Manager für Notebooks und Internet Appliances, Lutz Schoppe versuchte, das auf der Systems zu belegen. Während kleine und mittlere Unternehmen stetig Desktops durch Laptops ersetzten, zeige sich diese Entwicklung im Professionellen Soho-Bereich (Small Office, Home Office) noch viel rasanter. Und hier geht es um Selbständige, speziell Ärzte, Rechtsanwälte … mit wachsenden Ansprüchen.

Als Trend hat Schoppe ausgemacht, dass zwar momentan die Desktop-Prozessoren noch Zugewinne im Notebook-Markt verzeichnen, weil im Business-Segment eben immer noch vor allem Leistung zählt – aber Mitte kommenden Jahres werde diese Entwicklung abbrechen, weil die kommenden Desktop-CPUs mit 100 bis 120 Watt schlicht und einfach zu viel Wärme produzieren, mit der man im Notebook nicht mehr zurecht kommt. Die Prozessorhersteller werden sich also bei der Taktung ihrer Bausteine umstellen müssen.

Mehr Cache, möglicherweise auch getrennt nach Input/Output, wird die Antwort sein, meint Schoppe. “Und außerdem wird Intel praktisch den Performance-Index von AMD übernehmen müssen, um seine Produkte wieder vernünftig darstellen zu können.” Der Mobile-Prozessor ist also nicht ausgestorben, er wird nur erst Ende 2003 seine Renaissance erleben.

Dann auch mehr und mehr ohne eigene Stromversorgung, kündigt Acer-Mann Schoppe an. Denn die tragbaren Rechner würden seinen Marktstudien zufolge immer seltener wirklich unterwegs zum Einsatz kommen, sondern zum überwiegenden Teil an Orten, an denen eine Stromversorgung samt Ethernet, W-Lan oder anderen Web-Zugängen vorhanden ist.

Da passt ins Bild, dass Acer der erste Hersteller ist, der zur Einführung von Microsofts Tablet-OS Anfang November auch mit einem passenden Endgerät auf den Markt kommt: Mit optionaler Stifteingabe auf einem drehbaren Touchscreen. Ob es das ist, was der Business-Kunde wirklich braucht, wird sich zeigen. Zumindest funktioniert’s.