Nokia, Ericsson, Motorola: Lachen, Bibbern und Zähne zusammenbeißen

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Die Krisen-Strategien verfangen ganz unterschiedlich

Bei den Mobilfunkausrüstern trennt sich die Spreu vom Weizen. Nokia konnte gerade überraschend hohe Gewinne ausweisen, Ericsson dagegen hat seine Verluste ausgeweitet und muss drastische Umsatzeinbrüche verzeichnen. Motorola hat seine Serie von sechs Verlustquartalen in Folge durchbrochen und erzielte im dritten Quartal einen schmalen Gewinn.

Nach einem Quartalsverlust im Vorjahr von mehr als 1,4 Milliarden Dollar hat Motorola jetzt durch das Plus von 111 Millionen Dollar ein bisschen Luft zum Verschnaufen. Dazu beigetragen haben nach Unternehmensangaben die Bereiche Mobilfunk-Endgeräte und Halbleiter. Der Halbleiter-Absatz kletterte gleichzeitig um 13 Prozent und erreichte ein Volumen von 1,2 Milliarden Dollar.

Motorolas Ausrüstungs-Sparte für drahtlose Netzwerke dagegen büßte im Quartalsvergleich 42 Prozent ihres Geschäfts ein und machte 22 Millionen Dollar Verlust. Die für den Konzern insgesamt schwarzen Zahlen sind um so erstaunlicher, als auch der Konzernumsatz um 14 Prozent auf 6,37 Milliarden Dollar schrumpfte.

Ericsson dagegen hat höhere Verluste eingefahren als erwartet. Das Minus vor Steuern beläuft sich auf 420 Millionen Euro im dritten Quartal. Der Umsatz der Schweden stürzte um 29 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro ab – der Auftragseingang ist mit einem Minus von 46 Prozent fast trocken gelegt. Ericsson-Chef Kurt Hellström bekräftigte in Stockholm aber dennoch, dass die Gewinnzone im kommenden Jahr durchaus wieder das Ziel sei.

Die unerwartet positiven Zahlen von Nokia hatten am Vortag auch die Aktien der Konkurrenz mit nach oben gezogen – der Absturz war damit umso größer. Nokia hält sich seine erneuerte Produktpalette bei den Endgeräten zu Gute und konnte tatsächlich seine marktführende Position ausbauen.

Nokias CEO Jorma Ollila hält an dem Ziel von 400 Millionen verkauften Endgeräten für den Gesamtmarkt 2003 im Gegensatz zu anderen Unternehmen fest. Hier konnten die Finnen im dritten Quartal um 7 Prozent zulegen. Noch dazu fällt das Manna in Helsinki besonders dick vom Himmel, denn Nokia erzielt mit 22 Prozent die höchste Gewinnmarge der gesamten Branche.

Vorsichtig ist Ollila aber mit seinen Prognosen für die Netzwerksparte. Hier schrumpfte der Umsatz um 7 Prozent. Eine baldige Geschäftsbelebung sei nicht zu erwarten, fürchtet der Finne.