Europas Mobilfunkmarkt: Übernahmeangebot läutet Umbruch ein

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Spitzenreiter Vodafone schlägt Schaum

Der europäische Mobilfunkmarkt gerät in Bewegung. Das Übernahmeangebot, das der Weltmarktführer Vodafone für den größten europäischen Serviceprovider, Cégétel aus Paris, ausgesprochen hat, hat die Branche alarmiert.

Die TK-Unternehmensberater aus den USA und Großbritannien, RHK und Sound Partners, sprechen gar davon, dass dies eine der entscheidenden Konsolidierungsschritte der letzten zehn Jahre werden könnte. Der europäische Mobilfunkmarkt ist schließlich ihrer Ansicht nach noch weit entfernt davon, konsolidiert und also stabil zu sein.

Das habe das eine Woche zurückliegende Angebot von Vodafone gezeigt. Die Briten hatten SBC und BT angeboten, deren Anteile von insgesamt 41 Prozent für 6,3 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Die Anteile, die bislang Vivendi hält, sollen für 6,7 Milliarden Euro nach London gehen. Damit könnten sich die Briten die Kontrolle über den Kommunikations- und Unterhaltungs-Medienkonzern sichern.

RHK und Sound Partners gehen davon aus, dass die Vivendi-Anteile das entscheidende Zünglein an der Waage für die Briten sein werden. Deren 44 Prozent an Cégétel betrachten die Marktkenner aber als bereits sicher: Immerhin trudle Vivendi seit geraumer Zeit nur noch. Ein hoher Schuldenberg verbunden mit der allgemeinen TK-Krise lasse dem Unternehmen demnach keine Wahl, als die attraktiven Scheine zu veräußern.

Sie haben als Trend ausgemacht, dass sich vor allem die großen Mobilfunkkonzerne gesamteuropäisch Pfründe sichern wollen, solange der Sektor noch instabil ist und die Preise für Unternehmensteile im Keller sind. Ihrer Ansicht nach wächst mit Vodafone, “dem einzigen wirklich global aufgestellten Dienstleister”, auch der Marktführer in Regionen wie Asien heran. Dafür müsste der Konzern lediglich seine Anteile an China Mobile ausbauen, meinen die Fachleute.