AT&T schiebt Datendienst-Dinosaurier ins Museum ab

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… und handelt sich Ärger mit Partnern und Kunden ein

Die amerikanische Mobilfunktochter von AT&T will ihren Datendienst CDPD innerhalb von anderthalb Jahren einstellen. Zu den wichtigsten Kunden gehören Behörden und Polizei in den Vereinigten Staaten. Diese versucht der Konzern jetzt von den Vorzügen von GPRS-Diensten zu überzeugen – bisher ohne Erfolg.

Auch eine ganze Reihe von Lösungsanbieter sind vom angekündigten Aus für Cellular Digital Packet Data betroffen. Sie berichten von reihenweise stornierten Aufträgen der verunsicherten Kunden. Die IT-Verantwortlichen zahlreicher staatlicher Stellen bedrängen AT&T derzeit, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.

CDPD verfügt zwar nur über eine geringe Übertragungskapazität. Polizei und Justiz schätzen allerdings die große Sicherheit, da es für den Datendienst kaum private Nutzer gibt und das Netz somit fast abgeschlossen ist. Behördenvertreter wiesen außerdem darauf hin, dass ihnen ein Umstieg auf GPRS-gestützte Dienste verwehrt bleibe, weil die gesetzlichen Vorschriften ihrer jeweiligen Bundesstaaten eine höhere Datensicherheit forderten, die dann nicht gegeben sei.

Den Unmut der Kunden zieht sich AT&T auch mit seiner geplanten Tarifierung zu. CDPD-Dienste waren bisher zu einer monatlichen Flatrate zu haben, der General Packet Radio Service soll aber nach Datenvolumen abgerechnet werden und käme die Kunden wesentlich teurer. AT&T will von der alten Technik aus Kostengründen Abschied nehmen.