France Télécom entscheidet über Mobilcom-Schicksal

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Insolvenz oder Neubeginn?

Nach dem monatelangen Streit zwischen der deutschen Mobilcom und deren französischem Großaktionär France Télécom sollen heute die Weichen für die weitere Vorgehensweise gestellt werden. Am Abend kommen der Verwaltungsrat sowie der Vorstand von France Télécom in Paris zusammen, um über die weitere finanzielle Unterstützung für die Beteiligung in Deutschland zu beraten. Zur Debatte steht eine Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Euro.

Allerdings steht das Engagement der Franzosen bei Mobilcom auf der Kippe. Laut dem Wall Street Journal wird die Geschäftsführung des französischen Staatskonzerns dem Vorstand empfehlen, die Beteiligung an Mobilcom aufzugeben.

Aus Regierungskreisen heißt es, dass ein verlustreicher Ausstieg immer noch besser sei als eine weitere Finanzierung mit unsicherem Ausgang. Auch die Tageszeitung Le Figaro will erfahren haben, dass France Télécom einen Schlussstrich unter das Mobilcom-Abenteuer setzen will.

Für die Büdelsdorfer würde das wahrscheinlich das endgültige Aus bedeuten. 5000 Arbeitsplätze stehen bei Mobilcom auf dem Spiel. Die Beschäftigten haben bereits angekündigt, vor der Konzernzentrale für den Erhalt der Stellen demonstrieren zu wollen.

Bei dem Mobilfunkunternehmen selbst gibt man sich im Vorfeld der Entscheidung aus Frankreich allerdings zuversichtlich. In einem offenen Brief erklären Vorstand und Aufsichtsrat, dass sie von einer Fortsetzung der Partnerschaft mit France Telecom ausgingen.

Zudem sei der Großaktionär vertraglich verpflichtet, Mobilcom weiterhin zu finanzieren. Andernfalls werde man mit Schadenersatzforderungen reagieren, heißt es in dem Schreiben.

Auch die hohe Politik legt sich inzwischen für die Büdelsdorfer ins Zeug. Aus dem Kanzleramt in Berlin verlautete, man befinde sich mit der französischen Regierung sowie mit France Télécom in Gesprächen und versuche, zwischen den beiden Partnern zu vermitteln.