Mobilcom steht vor Übernahme

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Hü oder Hott – langsam nimmt das Gezerre ein Ende

Die außerordentliche Hauptversammlung der Mobilcom AG wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden. Minderheitsaktionär France Télécom werde vorher ein Übernahmeangebot abgeben, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa-AFX aus verhandlungsnahen Kreisen. Das in sechs bis acht Wochen geplante Aktionärstreffen werde daher voraussichtlich abgesagt.

Die Verhandlungen mit den Mobilcom-Gläubigerbanken über die Umschuldung der 4,7-Milliarden-Euro-Kredite seien weitestgehend abgeschlossen, hieß es. Offen seien noch die Gespräche mit den Telekomausrüsterfirmen LM Ericsson über die Umwandlung von deren Krediten an Mobilcom in Wandelschuldverschreibungen. Nach Angaben von Mobilcom hat France Télécom mit den Banken einen Vorvertrag unterzeichnet. France Télécom will bis Ende September eine Einigung mit den Banken erreicht haben.

Bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) ist bislang noch kein Übernahmeangebot für Mobilcom eingelaufen. “Davon ist hier nichts bekannt”, sagte eine Sprecherin.

Unterdessen hat die BaFin den deutlichen Kurssprung der Mobilcom-Aktie am vergangenen Donnerstag unter die Lupe genommen. “Wir führen eine Analyse durch”, sagte ein Behördensprecherin in Frankfurt. Mit einer falschen Ein-Zeilen-Meldung im Internet hatte ein anonymer Verfasser den Mobilcom-Titeln zu einem massiven Kurssprung verholfen. Der Schreiber hatte suggeriert, dass France Télécom ein Übernahmeangebot unterbreiten werde.

Die Behörde untersucht, ob sich der Schreiber der Kursmanipulation verdächtig gemacht habe. Sollte sich der Anfangsverdacht erhärten, werde die Bundesanstalt ihre Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Marktmanipulation ist ein Straftatbestand, der mit einer Höchststrafe von fünf Jahren belegt werden kann.

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