Sicherheit, Logistik, Bezahlung: Radiofrequenz-Systeme kommen

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Transponder für Gefangene, Handys und Päckchen

Beste Wachstumsaussichten bescheinigen die Spezialisten des Marktforschungsunternehmen Frost und Sullivan der Transpondertechnik Radiofrequenz-Indentifikation (RFID). Die weltweiten Umsätze sollen bis 2006 von rund 1,3 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr auf mehr als vier Milliarden US-Dollar ansteigen.

Der Umsatzanstieg hängt unter anderem mit neuen Anwendungsmöglichkeiten für die Technik zusammen. Zunächst ermöglicht RFID, kontaktlos und ohne Sichtverbindung Objekte, Menschen und Tiere zu identifizieren.

Dazu bestehen entsprechende Systeme aus zwei Komponenten: einem Transponder, der an die zu identifizierenden Objekte angebracht wird, und einem Erfassungsgerät. Sie lassen sich überall dort einsetzen, wo automatisch gekennzeichnet, erkannt, befördert, gelagert, überwacht oder transportiert wird.

Den größten Teilmarkt bilden mit etwa 40 Prozent Sicherheits- und Zugangskontrollen in Unternehmen, Behörden und Parkgaragen zum Beispiel. Die Systeme dienen zur Identifikation autorisierter Personen. Auch Fahrzeuge lassen sich sichern, etwa durch eine Kopplung mit Wegfahrsperren.

Zum Einsatz gelangen die RFID-Systeme auch bei der Lokalisierung von Gefängnisinsassen, bekannt als elektronische Fesseln, oder bei der Erkennung von Patienten in Krankenhäusern. Da weltweit das Sicherheitsbedürfnis gestiegen ist, rechnen die Analysten von Frost und Sullivan damit, dass dieses Segment auch weiterhin stark wächst.

Rund 35 Prozent Anteil haben derzeit RFID-Applikationen in der Logistik und Fertigung. Hier findet die Technik hauptsächlich Verwendung bei der Auffindung von Containern und für Inventuren. Darüber hinaus werden rund 20 Prozent der Umsätze im Flotten-Management erarbeitet.

Als besonders spannend schätzen die Analysten die Versuche ein, RFID für das elektronische Bezahlen einzusetzen. Exxon Mobil und Texas haben in den USA mehr als vier Millionen Tankstellen entsprechend ausgerüstet und etwa vier Millionen Kunden nutzen sie auch.

Dafür muss das Fahrzeug mit einem Transponder ausgestattet sein. Dieser kann die Zapfsäule entriegeln. Mit dem Gegenwert des getankten Sprits wird dann die zuvor registrierte Kreditkarte des Kunden belastet. Auch Nokia und Texas Instruments testen derzeit drahtlose Bezahlverfahren.