Telekom-Tochter Voicestream kämpft um US-Partner

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Heiratsantrag an die amerikanische Nummer Zwei

Nach wochenlangen Spekulationen hat die amerikanische Telekom-Tochter Voicestream ihrem Konkurrenten Cingular Wireless ein offenes Fusionsangebot gemacht. Zusammen könnten die beiden Unternehmen, der zweit- und der sechstgrößte US-Mobilfunker, dem Marktführer Verizon Wireless ernst zu nehmende Konkurrenz machen.

Noch vor kurzem war AT&T Wireless als aussichtsreichster Partner des T-Mobile-Unternehmens im Gespräch. Fast alle Mobilfunkunternehmen stehen unter erheblichem Druck, sich zu konsolidieren, um aus der andauernden Branchenkrise gestärkt hervorzugehen.

Allerdings befänden sich die Gespräche mit Cingular noch in einem sehr frühen Stadium, heißt es in einem Bericht des Wall Street Journal. Für Schwierigkeiten sorgt aber auch der Bonner Konzern selbst, weil immer wieder sporadische Kontakte mit AT&T bekannt werden.

Außerdem wirft die Eigentümerstruktur Fragen auf: Cingular wird von SBC Communications sowie von Bell South gehalten. Ob die Wettbewerbsaufsicht eine Fusion genehmigen würde, ist ebenfalls ungewiss.

Helmut Sihler, Interimschef der Deutschen Telekom, hatte am Wochenende eingeräumt, dass die teuer erworbene Voicestream als Nummer sechs auf dem amerikanischen Markt auf absehbare Zeit hin keine Chance auf Profitabilität habe. Neben anderen werde deshalb auch diese Auslandsbeteiligung unter die Lupe genommen.

Voicestream wird derzeit von Branchenbeobachtern auf einen Marktwert von 10 bis 15 Milliarden Euro taxiert. Der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer hatte für Voicestream 39,4 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt.