Wireless machen sich die meisten Nutzer bedenkenlos nackt

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VPN ist meist immer noch ein Fremdwort

Um die Datensicherheit im Wireless-LAN ist es offenbar noch immer schlecht bestellt. Ursache dafür sind aber einem aktuellen Versuch zufolge nicht etwa der WiFi-Standard oder mangelhafte Hardware sondern vielmehr die laxe Handhabung der Technik durch die Anwender.

Der Sicherheitsdienstleister Air Defense hatte auf der Fachmesse Planet Expo in Bosten zwei seiner Scanner aufgebaut, die den Wireless-Traffic analysieren können. Den Messebesuchern standen insgesamt 141 unverschlüsselte Access Points zur Verfügung.

Gerade einmal 12 Prozent der User verschlüsselten ihren Zugriff auf ihre Mailbox im Unternehmen über ein Virtual Private Network (VPN) oder ein anderes Verfahren, an manchen Tagen waren es sogar nur 3 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass es eine unüberschaubare Zahl von Tools gibt, mit denen sich dieser Traffic auslesen lässt, sei das eine erschreckende Erkenntnis, heißt es bei Air Defense.

Darüber hinaus waren die Laptops oder anderen Geräte von mehr als 150 der 500 überprüften Anwender so konfiguriert, dass sie bereitwillig und selbständig jede angebotene Verbindung zu einem Access Point annahmen. Einem Hacker wären Tür und Tor offengestanden, wenn er seinen Access Point nur mit einer besonders hohen Sendeleistung betreibt.

Schließlich weist Air Defense in seinem Bericht 149 Scans aus, die unter anderem von Tools wie ‘Netstumbler’ durchgeführt wurden. Außerdem wurden 105 Denial-of-Service-Attacken gezählt und 32 Man-in-the-Middle-Attacken – von denen drei auch tatsächlich erfolgreich waren.

Es sei durchaus möglich, dass Messebesucher und Aussteller nur ein wenig mit der Technik und den Hacker-Methoden gespielt hätten, so ein Air Defense-Sprecher. Bisher sei man aber davon ausgegangen, dass sich zumindest professionelle Anwender, die sich ohnehin mit dem Thema auseinandersetzen, besser absichern würden.