Tödlicher Irrtum: Freisprechanlagen macht Autofahren nicht sicherer

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Über die Hälfte aller Verkehrsunfälle werden durch Ablenkung verursacht

Telefonieren ist im Straßenverkehr gefährlicher als Alkohol – auch über Lautsprecher. Zu dieser alarmierenden Erkenntnis kam die schwedische Straßenverkehrsbehörde SNRA in einer am Montag veröffentlichten Studie. Demnach soll auch das Benutzen einer Freisprechanlage die gefährliche Ablenkung nicht entschärfen können.

Das Problem sei allein das Telefongespräch an sich und nicht die Art und Weise, wie telefoniert wird, erläuterte der SNRA-Generaldirektor. Nach Angaben der Analysten seien die Reaktionen der Autofahrer, die mit dem Handy am Ohr telefonieren und denen, die eine für den Straßenverkehr vorgeschriebene Freisprechanlage benutzen, ihren Testergebnissen zufolge praktisch gleich.

Für die Studie wurden rund 50 Testpersonen zur Hälfte mit Handys und zur anderen Hälfte mit einer Freisprechanlage in einem Fahrsimulator in verschiedene Verkehrssituationen gebracht. Sie mussten jeweils zehn Telefongespräche führen. Das erschreckende Ergebnis: Freisprechanlagen machen Autofahren nicht sicherer.

Auch die dänische Polizei warnt vor dem Gefahrenpotential des Telefonierens beim Autofahren. Dänischen Statistiken zufolge werden über die Hälfte aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge durch Ablenkung verursacht. Ein Telefonierender im Straßenverkehr könne demnach unter Umständen ein höheres Verkehrsrisiko darstellen kann als ein Betrunkener am Steuer. Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeit seien gleichermaßen herabgesetzt, wenn nicht sogar noch mehr.