Palm lockt Unternehmenskunden mit neuer Sicherheit

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Lieber zukaufen als selbst entwickeln

Nachdem Apple-Chef Steve Jobs mit seinem neuen Browser auf ‘Safari’ gehen will, können die Entwickler bei Palm offenbar nicht mehr ruhig sitzen. Die inzwischen eigenständige Softwaresparte Palm Source, zuständig für das Betriebssystem der Taschencomputer, arbeitet an der neuen Plattform, die ‘Sahara’ heißen soll. Damit hofft der Marktführer, auf dem hart umkämpften Markt für Unternehmenskunden gegen Microsofts Plattformen punkten zu können.

Der Nachfolger von Palm OS 5 werde von Grund auf neu geschrieben, betonte Palm-Source-Chef David Nagel auf der CeBIT America. Nur so könne sichergestellt werden, dass die erforderliche Sicherheit für den Einsatz im Unternehmensalltag auch auf den unteren Schichten des PDA-Betriebssystems gewährleistet sei.

Mit Palm OS 5 hatte der Hersteller erstmals auf die leistungsfähigeren ARM-Prozessoren gesetzt. Das Potenzial soll jetzt mit weiteren Features in OS 6 ausgereizt werden. Dazu gehört die Synchronisierung über Netzwerke und die Fernwartung. So könnten Administratoren die mobilen Geräte ihrer Mitarbeiter auch dann mit neuen Regeln und Rechten ausstatten, wenn die Geräte gar nicht auf ihrem Tisch lägen. Eine engere Kooperation mit Novell soll all das möglich machen.

Zum Sicherheitskonzept gehört dann auch die Möglichkeit, die Daten auf dem Palm beispielsweise nach einer dreimaligen falschen Passworteingabe vollständig zu löschen und so Betriebsgeheimnisse vor fremdem Zugriff zu schützen. Aber auch die Verwendung von Virtual Private Networks (VPN) soll mit Sahara möglich werden. Ein neuer Web-Browser soll auch in Java-Script und Dynamic-HTML geschriebene Programme darstellen können.

Zudem kündigte Nagel an, Palm werde in Zukunft mehr Interfaces unterstützen, wodurch Peripheriegeräte und Software von Drittanbietern an den Palm andocken könnten. Eine engere Kooperation mit IBM wurde ebenfalls auf der CeBIT America in New York angekündigt. Branchenbeobachter schließen daraus, dass sich Palm parallel zur geplanten Übernahme von Handspring nun darauf verlegt, das nötige Know-how einzukaufen, anstatt weitere Kraftakte für Eigenentwicklungen zu unternehmen.

Entwickler sollen den aktuellsten Ankündigungen zufolge Endes des Jahres einen ersten Blick auf Palm OS 6 oder ‘Sahara’ werfen dürfen. Rund ein halbes Jahr später sei dann mit ersten Produkten zu rechnen, heißt es.