Die UMTS-Luft wird immer dünner

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Verspäteter Start macht Refinanzierung schwierig

Die wirtschaftliche Situation der UMTS-Lizenzinhaber in der Bundesrepublik verschlechtert sich zusehends. Jetzt gehen Finanzexperten davon aus, dass die vier verbliebenen Betreiber ihre Breitband-Mobilfunkaktivitäten mit Gewinnen aus dem klassischen Mobilfunk quersubventionieren müssen.

UMTS werde eben kein neues Zeitalter einläuten, sagte Frank Rothauge, Analyst beim Bankhaus Sal Oppenheim, dem Handelsblatt. Die aktive Vermarktung von 3G-Diensten, die im großen Stil erst für die zweite Jahreshälfte 2004 erwartet wird, erschwert zudem die Refinanzierung der Ausgaben für Lizenzen und Netzinstallationen.

Allein die Aufwendungen für Zinsen sind für E-Plus und O2 genauso wie für T-Mobile und Vodafone eine enorme Belastung. Die Unternehmensberatung Mummert Consulting geht inzwischen davon aus, dass sich die Ausgaben über die gesamte Laufzeit der Lizenzen gar nicht mehr hereinholen lassen werden.

Der Telekomminukationsexperte Torsten Gerpott, Professor an der Universität Duisburg, vertritt inzwischen die Auffassung, die Unternehmen hätten im Sommer 2000 “60 bis 70 Prozent zu viel” für die Lizenzen ausgegeben. Nachdem die beiden kleineren Netzbetreiber schon Millionensummen auf ihre Lizenzen abgeschrieben haben, sollten die beiden Platzhirsche T-Mobile und Vodafone jetzt auch einen solchen Schnitt vornehmen, fordert Gerpott.