Quam-Nummern im Orkus verschwunden

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Von wegen ‘Portabilität’

Kunden des Mobilfunkanbeiters Quam können nicht einmal ihre Telefonnummern retten. Das Landgericht München hat jetzt den Antrag eines Kunden auf eine Einstweilige Verfügung abgelehnt, der seine vollständige Nummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen wollte. Quam hat seinen Betrieb Mitte November eingestellt.

Das spanisch-finnische Joint-Venture war schon in der Vorinstanz mit seiner Argumentation erfolgreich, wonach die Portierung von Rufnummern einen erheblichen personellen und kostenträchtigen Aufwand bedeute. Das sei “faktisch und wirtschaftlich” nicht zu bewerkstelligen, so die Begründung. Der Anspruch des Mobilfunkkunden sei “auf eine unmögliche Leistung gerichtet”, urteilte der Richter.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte die allgemeine Portierungspflicht zum 1. November in Kraft gesetzt. In den zwei Wochen bis zur Einstellung des Betriebs habe diese Pflicht zwar auch für Quam bestanden, so das vorherige Urteil des Amtsgerichts.

Allerdings habe Quam nicht als Netzbetreiber im Sinne des Telekommunikationsgesetzes gelten können, weil kein eigenes Netz betrieben wurde. Quam hatte ausschließlich Dienste von E-Plus genutzt und vertrieben.